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5 (1847) Hesperus oder 45 Hundsposttage : drittes Heftlein
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Perspektive ihrer verweinten Tage ihm das Herz aus demBusen wand, erstarb das Sonnenlicht auf ihren WangenThränenströme brachen gewaltsam aus ihren Augen erwandte sich um drüben ans dem Gottesacker sank derVerhüllte auf dem Hügel der Verhüllten nieder die Sonnewar schon unter die Erde, aber die Flöte hatte noch keineStimme, der Schmerz hat nur Seufzer und keine Töne....Endlich richtete der schöne Blinde sich unter zuckenden Schmer-zen empor zum Todtcnvpfer und die Flötcnklagen stiegen vondem festen Grabe auf in das Abendroth drei Herzen zer-gingen wie die Töne, wie das vierte cingesunknc. Aber Klv-tilde riß sich gewaltsam aus dem stummen Jammer auf undsang zu dem Todtonopscr leise das himmlische Lied, um dasdie Verstorbne sie gebeten hatte, und das ich mit unaussprech-licher Rührung gebe:

Das Grab ist tief und stille,

Und schauderhaft sein Rand,

Es deckt mit schwarzer HülleEin unbekanntes Land.

Das Lied der NachtigallenTönt nicht in seinen Schoost;

Der Freundschaft Rosen fallenNur auf des Hügels Moos.

Vcrlastnc Bräute ringenUmsonst die Hände wund;

Der Waisen Klagen dringenNicht in der Tiefe Grund.

Doch sonst an keinem OrteWohnt die ersehnte Ruh';

Nur durch die dunkle PforteGeht man der Heimath zu.

Jean Paiil'S ailsgew. Werte. V.

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