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5 (1847) Hesperus oder 45 Hundsposttage : drittes Heftlein
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gcn den aufhob, der sie heute durch seinen Abschied vermehrte;und alö sie auch sein Angesicht in Rührung zerschmolzen sah:so erdrückten die gleichen Trauergedanken in beiden sogar dieersten Laute des Empfangs und beide wandten ihr Gesicht

ab, weil sie über die Trennung weinten.-Haben Sie

(sagte Klotilde, wenigstens mit einer gefaßten Stimme) ebenmit Julius gesprochen?" Viktor antwortete nicht, aberseine Augen sagten Ja, indem sie blos heftiger strömten undsic unverwandt anschaueten. Sie schlug sie tief nieder, miteinem kleinen Erröthen für Giulia. DaS kleine Kind hieltdie über die großen Tropfen herüberfallenden Augenlieder fürschläfrig und zog der Puppe das schmale mit Heu gepolsterteKopfkissen weg, breitete es Klotilden hin, und sagte unschul-dig:da leg' dich drauf und schlaf ein!" Es schauerte ihrenFreund, da sie antwortete:Heute nicht, Liebe, aus Kiffenmit Heu schlafen nur die Todten." ES schauerte ihn, da erauf ihrem bewegten Herzen eine schneeweiße Federnelke, inderen Mitte ein großer dunkelrother Punkt wie ein blutigerTropfen ist, erzittern sah. Die fürchterliche Nelke schien ihmdie Lilie zu seyn, die der Aberglaube sonst im Chorstuhle desPriesters antraf, dessen Sterben prophezeiet werden sollte.

Sie heftete schmerzlich ihren Blick auf die tiefe Sonneund den Gottesacker, hinter dem diese in den Maitagen wieein Mensch nntcrging.Verlassen Sie diese Aussicht, Theu-erste (sagt' er, wiewol ohne Hoffnung des Gehorsams)eine zarte Hülle wird von einer zarten Seele am leichtestenzerstört. Ihre Thränen thun Ihnen zu wehe." Aber sieerwiederte:schon lange nicht mehr nur in früher» Jah-ren brannten mir davon die Augenhöhlen und der Kopf wurdebetäubt." Plötzlich als der Gedanke an die bewölkte