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5 (1847) Hesperus oder 45 Hundsposttage : drittes Heftlein
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die Sonne gerade den Fensterscheiben gegenüber brannte, vonder guten Aebtisstn mit jener seinen gerührten HöflichkeitAbschied, auf die sich in ihrem Stande der höchste Enthusias-mus einschränkte. Die feine Aebtisstn sagte ihm:der Be-such sei so kurz, daß er unverzeihlich wäre, wenn nicht Vik-tor eS dadurch gut machte, daß er ihren zweiten Frühling-Gast (Klotilden) überredete, den ihrigen zu verlängern; dennauch diese verlasse sie bald." Er schied mit einer gerühr-ten Achtung von ihr: denn sein weiches Herz wußte eben sogut hinter der Spitzenmaske der Feinheit und Welt, als hinterder Leder-Kruste der Rohheit das fremde weiche auszufühlen.

Als er freilich in den Garten eilte: stiegen die Thränenseines Herzens höher und wärmer und ihm war, als müßteer den im Angesichte der Sonne ausgehenden Mond umschlie-ßen, da er dachte:ach wenn deine bleiche Flocke heute lich-ter droben hängt, wenn du allein niederschauest, bin ich ge-schieden von meiner Schäferwelt oder scheide noch." Undunten ruhte neben der Nachtigallenhecke sein Julius, der HelleThräncnströme vergoß denn dieser ganze Abend wimmeltvon immer größern Meerwundern des Zufalls er eilt zuihm herab, der Brief des sogenannten Engels ist geöffnet inseiner Hand, Viktor sagt leise:Julius, warum weinest duso?"O Gott, sagte dieser gebrochen, führe mich untereine Laube!" Er leitete ihn zur überflorten. Juliussagte darin:recht! hier brennt die Sonne nicht!" und schlugden rechten Arm um Viktor und gab ihm den Brief undlegte den Arm herum bis an sein Herz und sagte:du guterMensch! sage mir, wenn die Sonne nieder ist, und lies mirnoch einmal den Brief des Engels vor!"

Viktor fing an:Klotilde!"An wen ist er?" sagt'