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er. — „An mich! (sagte Julius) und Klotilde hat mir ihn„schon vorgelesen; aber ich konnte sie wegen ihrem Weinen„nicht verstehen und ich war auch zu betrübt. — Ich werde„vor Kummer sterben, du gute Giulia, warum hast du mir„es nicht vor deinem Tode gesagt. — Die Todte hat ihn ge-schrieben, lies nur!" — Er las:
„Klotilde!
Ich hülle meine erröthenden Wangen in den Leichen-schleier. Mein Geheimniß ruht in meinem Herzen verbor-gen und wird mit ihm unter den Leichenstein gelegt. Abernach einem Jahre wird es aus dem zerfallenen Herzen drin-gen — o dann bleib' eö ewig in Deinem, Klotilde! — undewig in Deinem, Julius! — Julius, war nicht oft eineschweigende Gestalt um Dich, die sich Deinen Engel nannte?Legte sie nicht einmal, als die Todtenglocke ein blühendesMädchen einläutete, eine weiße Hyazinthe in die Hand undsagte: Engel pflücken solche weiße Blumen? Nahm nichteinmal eine stumme Gestalt Deine Hand und trocknete sichdamit ihre Thränen ab und könnt' es nicht sagen, warum sieWeine? Sagte nicht einmal eine leise Stimme: lebe wohl,ich werde dir nicht mehr erscheinen, ich gehe in den Himmelzurück? Diese Gestalt war ich, o Julius; denn ich habeDich geliebt und bis in den Tod. Siehe! hier steh' ich amUser der zweiten Welt, aber ich schaue nicht hinüber in ihreunendlichen Gefilde, sondern ich kehre mein Angesicht nochsinkend nach Dir zurück, nach Dir, und mein Auge bricht anDeinem Bilde. — Jetzo Hab' ich Dir alles gesagt. — Nunkomm, stillender Tod, drücke langsam die weiße Hyazinthenieder und theile bald das Herz auseinander, damit Julius