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aus einander waren, rief er seinen Viktor zurück und sagte:„schau', wie blühendroth der Abend gegen Morgen zieht wie„ein Sterbender, als wenn ihn die Töne fortrückten — schau',„die Sterne hängen wie Blüten aus der Ewigkeit in unsere„Erde herein — schau' die große Tiefe, wie viel Früh-„lingc grünen heute auf so viel tausend darin ziehenden„Erden." —
Die Mädchen hatten sich nach kurzen Gängen bald aufdie Graöbänke der Terrassen paarweise oder in der Zahl derGrazien niedergesctzt. Klotilde, die allein gewandelt war, that csendlich auch und setzte sich zu einer einsamen Freundin aufder vierten Terrasse, neben den bunten Sonnen-Rcgenbogcnaus Blumen, hinter welchem der Mond-Regenbogen ausWasser blinkte. Diese Freundin rief den kommenden Viktorzum Schiedsrichter eines tugendhaften Zwistes herbei: „Wir„haben gestritten, sagte die Freundin, was süßer für gute„Menschen sei, wenn sie vergeben, oder wenn ihnen vergeben„wird. Ich behaupte durchaus, vergeben ist süßer." — „Und„mir kommt es vor" (sagte Klotilde mit einer gerührtenStimme, die alle liebreiche Gedanken ihres schonenden Her-zens, alle ihre dankenden Erinnerungen an ihre letzte Ent-zweiung mit Viktor und an sein schönes Vergeben entdeckte),„es sei schöner, Vergebung zn erhalten, weil die Liebe gegen„die verzeihende Seele durch die eigeneDemuth reiner und„durch die fremde Güte größer wird." Etwas Lieblichereswurde wol unserm Viktor nie gesagt. Seine Rührung undsein Dank machten ihm das Entscheiden schwer; aber Klo-tilde half seinen Träumen durch die Wendung ein oder ab:„ich habe meine gute Charlotte schon an vorgestern er-innert, aber sic bleibt dabei." Sie meinte den Beicht- und