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5 (1847) Hesperus oder 45 Hundsposttage : drittes Heftlein
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aus einander waren, rief er seinen Viktor zurück und sagte:schau', wie blühendroth der Abend gegen Morgen zieht wieein Sterbender, als wenn ihn die Töne fortrückten schau',die Sterne hängen wie Blüten aus der Ewigkeit in unsereErde herein schau' die große Tiefe, wie viel Früh-lingc grünen heute auf so viel tausend darin ziehendenErden."

Die Mädchen hatten sich nach kurzen Gängen bald aufdie Graöbänke der Terrassen paarweise oder in der Zahl derGrazien niedergesctzt. Klotilde, die allein gewandelt war, that csendlich auch und setzte sich zu einer einsamen Freundin aufder vierten Terrasse, neben den bunten Sonnen-Rcgenbogcnaus Blumen, hinter welchem der Mond-Regenbogen ausWasser blinkte. Diese Freundin rief den kommenden Viktorzum Schiedsrichter eines tugendhaften Zwistes herbei:Wirhaben gestritten, sagte die Freundin, was süßer für guteMenschen sei, wenn sie vergeben, oder wenn ihnen vergebenwird. Ich behaupte durchaus, vergeben ist süßer."Undmir kommt es vor" (sagte Klotilde mit einer gerührtenStimme, die alle liebreiche Gedanken ihres schonenden Her-zens, alle ihre dankenden Erinnerungen an ihre letzte Ent-zweiung mit Viktor und an sein schönes Vergeben entdeckte),es sei schöner, Vergebung zn erhalten, weil die Liebe gegendie verzeihende Seele durch die eigeneDemuth reiner unddurch die fremde Güte größer wird." Etwas Lieblichereswurde wol unserm Viktor nie gesagt. Seine Rührung undsein Dank machten ihm das Entscheiden schwer; aber Klo-tilde half seinen Träumen durch die Wendung ein oder ab:ich habe meine gute Charlotte schon an vorgestern er-innert, aber sic bleibt dabei." Sie meinte den Beicht- und