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5 (1847) Hesperus oder 45 Hundsposttage : drittes Heftlein
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am Berge riefen liebend hundert Mütter an hundert Kinderzusammen, und jedes Schaf eilte lärmend an sein durstiges

niederknieendes Lamm-

Großer Abend! nur im Thal Tempe blühest du nochund verwelkest nicht; aber in wenig Minuten, Leser, brechenerst alle seine Blüten prächtig auf!

Klotilde und Viktor gingen enger und wärmer an ein-ander gedrückt unter dem schmalen Sonnenschirm, der beidegegen den flüchtigen Regen einbauete. Und mit Herzen, dieimmer stärker schlugen und statt des Blutes gleichsam an-dächtige Freuden-Thränen Umtrieben, erreichten sie denPark; die warmen Töne der Nachtigall zogen ihnen darausentgegen; die abgewehten Tone des musikalischen Gefolges,womit der Engländer jetzt über die Berge ging, stoffen ihnen

wie Blumendüfte nach.-Aber siehe, als die Erde noch

die Vergoldung im Feuer der Sonne trug, als noch derAbcndspringbrunnen wie eine Fackel oben brannte, als ineinem großen Eichenbaum des Gartens, in welchem bunteGlaskugeln statt der Früchte eingeimpset waren, zwanzigrothe Sonnen aus den Blättern funkelten da floß eineerwärmte Wolke auseinander und tropfte ganz in das Abcnd-feuer und auf die glimmende Wassersäule. . . .

Die den Bäumen näheren Nonnen flogen unter dasLaub; aber Klotilde, die den langsamen Gang schöner undtugendhafter für eine weibliche Seele fand, ging ohne Eil'der nachbarlichenAbendlaube" zu, die, über den Gartenerhoben, ihr dichtes Blätterwerk nirgends austhut als vorder untergchenden Sonne. Nein, eS war ein Engel, eswar Klotildenö Schwester, Giulia, die ans der zarten Wolkeruhte und durch sie ihre Frcudenthränen fallen ließ, um