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der, das zum erstenmal so ruhig geöffnet und mit einem sol-chen Strom der Liebe an den Menschen sinkt, der dein schö-nes Herz verdient, und der alle deine Tugenden mit seinenbelohnt! .... Viktor wurde vom Blitze der Freude getrof-fen und mußte im süßen Lächeln der Entzückung erstarren,da die Geliebte hinter dem Blumengewölk wie ein Mondhinter einem in voller Blüte stehenden Eden aufging und inder weiblichen Verklärung der Liebe einem in ein Gebet zer-floßnen Engel glich.
Der Blinde wußte noch nichts vom dritten Beglückten.Sie bewegte süßverwirrt die Hand nach einem zu dünnenZweige, um sich von der tiefen Graöbank aufzuheben; demGeliebten war, als reiche ihm auö den Wolken des zweitenLebens diese Hand ein zweites Herz, und er zog die Hand zusich an und sank mit seinem stummen überflicßendcn Ange-sicht durch die Blüten auf ihre klopfenden Adern nieder. Aberkaum hatte Klotilde beide stammelnd willkommen geheißenunter dem Hcraustretcn ans dem grünen Klosct: so erschienihnen der Engel — Emanuel, der aus dem Kloster geeilctwar, um die Freundin aufzusuchen. Er sagte nichts, aber ersah beide mit einer namenlosen Wonne an, um zu finden, obsie sich recht sreueten, und gleichsam um zu fragen: „seid ihrdenn setzt nicht recht glücklich, ihr Guten, liebt ihr euch denn
nicht unaussprechlich?" --O, zum Mitlcidcn gehört nur
ein Mensch, aber zur Mitfrcudc ein Engel; cs gibt nichtsschöneres als den glänzenden Christuökopf, auf welchem dasWeglegcn der MosiSdecke den stillen frohen Anthcil an frem-den unbescholtenen Freuden, an fremder reiner Liebe zeigt;und cs ist eben so göttlich (oder noch mehr), einer fremdenLiebe mit einem stumm-glückwünschenden Herzen zuzuschauen,