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5 (1847) Hesperus oder 45 Hundsposttage : drittes Heftlein
Entstehung
Seite
198
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Hangs an. Und wenn man ihn zcrtheilte: sank man in einBlütcngeklüft, in eine enge durchwachsene Gruft, gleichsamin einen vergrößerten Blumenkelch. In dieser delphischenHöhle der Träume war der Polster aus hohem Grase ge-macht und die Arme des Sitzes aus Blütenzweigen, und dieRückenlehne aus gedrängten Blumen und die Luft ans demHauche von stäubendem Zwergobst. Dieses Blumen-Aller-heiligste wurde nur von Bienen und Träumen bewohnt, nurvon weißen Blüten erhellt, es hatte statt des Abendroths nurden Purpur der Nachtviole, statt des Himmelblaues nur denAzur der Hollunderblütc, und der Selige darin wurde nurvon Bicnenflügeln und von den um ihn versammelten fünfMündungen der Bäche in den Schlummer eingesungen, inwelchem die ferne Nachtigall die Harmonika- und Abcnd-glocken des Traumes anschlug. . . .

Und da heute Viktor neben dem Blinden die fünfStufen betrat und die aus Blüten gewobene Tapetcnthürdes Himmels auseinander that: stehe! da o der Seligediesseits des Todes! ruhte darin eine Heilige mit weinen-den Augen, in Philomclens verklungne Klagen untergesuuken...Du, Klotilde, warst es, und dachtest an Ihn mit weichererSeele und mit größerer Liebe und er an dich mit der er-widerten! O wenn zwei liebende Menschen einander in dernämlichen Rührung begegnen: dann erst achten sie dasmenschliche Herz und seine Liebe und sein Glück! Decke,Klotilde, mit keiner Blüte die Thränen zu, unter denen deineWangen erröthen, weil sie nur vor der Einsamkeit nieder-fallen sollten! Zittere, aber nur vor Freude, wie die Sonnezittert, wenn sie aus einer Wolke am Horizont herauörückt!Schlage dein von Blumen verhangnes Auge noch nicht nie-