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5 (1847) Hesperus oder 45 Hundsposttage : drittes Heftlein
Entstehung
Seite
197
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die Kastanien aus, unter die er seinen Blinden führte undhinter denen er näher und doch unbeobachtet beobachten konnte.Ans dem aus grünenden Dachlattcn verwachsenen Wetterdachder Allee lag der Abend wie ein Herbst, mit rothcm durch-sallendcn Schimmer. Er ging trotz der Gefahr der Ertap-pung bis in die Mitte, wo die Allee in zwei Arme zerspringt;aber hier wählte er den rechten Arm der belaubten Halle,der sich mit ihm vom Kloster wegbog, so wie von einerNachtigall, die mitten im Garten aus einer geheiligten Dorn-hcckc ihre Jungen und ihre Töne aussandte. Der Baum-gang that ihm durch die sanften Entfernungen von den Bra-vourarien der gefiederten Prima Donna die Dienste einesDämpfers und Lautenzugs leise wurd' er von den Krüm-mungen, die die allmälige Verdunkelung und Verengerungder Allee verbargen, fortgezogcn zwischen den nachflicgendenTönen der Nachtigall, zwischen den dünner durch die Blättertropfenden Abendstralen, zwischen den zwei Bächen, die setztinnerhalb der Kastaniengasse dahin schlüpften Die Bächegingen enger an einander und ließen nur für die Liebe Raum

Der Portikus senkte sich tiefer herein Die zerstreutenBlumen der zwei Ufer drängten sich zusammen und gingenin Gesträuche über Die Gesträuche verwuchsen zur Gar-tenwand und berührten sich anfangs in lose und durchsichtigzuhängenden Gipfeln und endlich in finster zusammengestrick-ten Und die Allee und der unter ihr ausgewachsene Lau-bcngang grünten in einander hinein, um mit ihren zusam-menfallcndcn Blütenhüllen nur eine einzige Nacht zu machen.

Dann versperrte in der grünen Dämmerung ein Jelängcr-jeliebergcspinnst und Blütengcniste die Laube, aber fünf auf-steigende Stufen lockten zum Zerreißen des blühenden Vor-