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5 (1847) Hesperus oder 45 Hundsposttage : drittes Heftlein
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Seite
193
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uns allemal wie Gesuche bei Fürsten in Duplikaten cinrcichcnmüssen, offenbar die Absicht, sic alle an einander zu gewöh-nen, weil sie ihre Freundschaft haben müssen zu Besuchenzweitens sollen Geschwister einander aus den Haaren kom-men, weil sie nicht wissen, wenn sie einander bedürfen zuRückbürgen ihrer Tugend und zu Sekundawcchseln derLiebe drittens geben diese Mcnschensatzungen der weib-lichen Tugend durch den kleinen Sittcndicnst (weil großeVersuchungen zu selten sind) tägliches Religion - Excrziziumund höhere Wichtigkeit, und verhalten sich wie die Talmu-dischcn Artikel zur Bibel, wiewol ein rechter Jude liebergegen die Bibel als den Talmud verstößt viertens ver-danken wir diesen symbolischen Büchern des Wohlstandes diefrühere Bildung des weiblichen Scharfsinns, dem wir leiderkeine andern Gelegenheiten der Aufmerksamkeit verschaffen,als die der Schwur auf jene Bücher gibt.

Viktor tadelte und befolgte zugleich, wie ein gutes Mäd-chen, die weiblichen Ordenrcgeln; der Hof hatte ihn beherz-ter, aber auch feiner gemacht und unter den Weibern wurd'er wie jeder mit dem Linienblatt des Zeremoniels versöhnt.Daher wollt' er erst am zweiten Psingsttage sein ordentlichesGesandtenauffahren bei der Acbtissin abthun, da heute alleszu spät war und er überdieß in die schönen frommen Be-wegungen drüben nicht wie ein Haarstern fahren wollte. Undseine Zufriedenheit sagte ihm ja auch, wie wenig die Nach-barschaft eines geliebten Herzens verschieden ist von derGegenwart desselben, die ohnehin nichts ist als bloS einenähere Nachbarschaft.

Inzwischen überwand er sich doch so weit, daß er mitseinen Zwillingbrüdern des Herzens hinaus ging ins Ko-

Jca» Kaul's auSgelv. Werke. ^ . lg