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5 (1847) Hesperus oder 45 Hundsposttage : drittes Heftlein
Entstehung
Seite
192
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Jetzt!" sagte dieser, der ungeachtet seiner indischen achtendenMilde gegen die Weiber die Nasenringe, Bindcschlüffel undDämpscr unserer Harems-Dezenz nicht kannte. Aber Viktorhandelte anders und dachte doch eben so. Er hatte schon imAuslände gefragt:Warum läßt man die elende Reichspoli-zeiordnung sür Mädchen stehen, daß sie z. B. nicht einzeln,sondern immer wie Nürnberger Juden unter dem Meßge-lcite einer Alten oder wie die Mönche Paarweise auswan-deln müssen? Nicht etwan als ob mich dieß beschwerte, wennich einen Roman spielte, aber doch, wenn ich einen schriebe,wo ich mich an das weibliche Marschreglcmcnt auf Kostendes kunstrichtcrlichen halten, und ein Geleite von Auxiliär-Weibern durchs ganze Buch mit mir zum Verhack meinerHeldin Herumschleppen würde. Müßt' ich nicht, wenn ichsie nur über die Hausthüre hinaus haben wollte, mit einerKronwache von Siegelbewahrerinnen neben ihr herziehen?Wär' ich nicht durch diese verdammte Mitbelehnschaft undKompagnichandlung mit der Tugend es fehlte an einerProprehandlung genvthigt, meiner Heldin wider alleWahrscheinlichkeit Freundinnen aufzuheften? Ich würd' eszwar einem spanischen Mädchen verdenken, wenn sie mirihren Fuß, und einem türkischen, wenn sie ihr Gesicht ver-wiese, und einem deutschen, wenn eS allein zum bestenJüngling ginge; aber eben weil die tollsten blauen Ge-setze, die doch blauer Dunst an blauen Montagen werden,zum wahren Sittengesetze sür sie werden: so ärger'ich michüber die jämmerliche Kleinherzigkeit und wünsche nichts ver-boten zu sehen als das Walzen und Fallen." ... Erhat hier vielleicht Satire in petto; denn ernsthaft davon zusprechen, hat diese Heils-Ordnung, daß sich Mädchen bei