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edle Gesicht, an diese zum Versöhnkusse geründeten Lippenfallen — aber er erschrak vor der neulichcn Abstoßung. Ersah setzo, wie Flamin ins Beet immer weiter schritt unddie Herzblätter der Kohlrabi langsam umtrat und ausein-ander quetschte; endlich merkte er, dieses Zerknirschen desgrünenden Namens sei blos die stumme Sprache der Trost-losigkeit, die sagen wollte: „ich hasse mein gequältes Ich„und ich möcht' cs zermalmen wie meinen Namen hier: für„wen soll er?" — Das riß Blut aus Viktors Herzen undwcggekehrte Thränen aus seinem Auge, und er nahm sanftdie laug entzogne Hand, um ihn wegzuführen vom Selbcr-morde des Namens. Aber Flamin drehte sein zuckendesAngesicht seitwärts nach dem wächsernen Schatten seinesFreundes und sah, starr abgckrümmt, hinauf. — „BesterFlamin!" sagte Viktor mit dem gerührtesten Laute und drücktedie brennende Hand. Da riß sic Flamin aus seiner herausund stieß mit den zwei Handballen die Thräncntropfcn indie Augen zurück — und athmetc laut — und sagte erstickt:„Viktor!" — und wandte sich mit großen Thränen um undsagte noch dumpfer: „liebe mich wieder!" — Und sie stürz-ten zusammen und Viktor antwortete: „ewig und ewig lieb'ich dich, du hast mich sa nie beleidigt," und Flamin stammelteglühend und sterbend: „nimm nur meine Geliebte, und bleibemein Freund." — Viktor konnte lange nicht reden und ihreWangen und ihre Thränen brannten vereinigt an einander, biser endlich sagen konnte: „o du! o du! du edler Mensch! Aberdu irrest dich irgendwo! — Nun verlassen wir unö nicht mehr,nun wollen wir ewig so bleiben. — Ach wie unaussprechlichwerden wir uns einmal lieben, wenn mein Vater kömmt!"
Jea» Peuil's ausgcw. Werke. V. H