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5 (1847) Hesperus oder 45 Hundsposttage : drittes Heftlein
Entstehung
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mcl zurücksank, unten auf der Erde eine Blume und ein Vo-gel auf der Weg von der Nacht zum Tage wurde schonmit Halbfarben belegt kleine Nebel stiegen an der Küstedes Tages auf und Viktor war noch auf dem Berge.Seine Bcsorgniß, daß sich die weiße Fenstcrhülle rege undihn zeige, war so groß wie sein Wunsch, daß die Besorgnißimmer größer werde! Zuweilen wankte ein Vorhang, aberkeiner ging auf. Auf einmal wecken die Vogelkehlen eineZauberflöte an dem Fuße seines Berges und der stille Ju-lius kam der Sonne, die ihm nicht mehr leuchtete, mit seinenMorgentönen entgegen. Da entschleierte sich plötzlich Klotil-denS Fenster und ihre schönen Hellen Augen nahmen den er-frischten Morgen in die fromme Seele ans. Viktor trat, derEntfernung ungeachtet, von Gesträuch hinter Gesträuch; aberdie Flucht vor den geliebten Augen führte ihn der Flöte nä-her; er wollte jedoch eben so wenig vor Emanuel, den er inder Nachbarschaft deö Blinden glaubte, erscheinen, als vorKlotilden. Als ihn nur noch einige Gebüsche von den Tö-nen schieden, erblickte er aus dem Berge seinen Freund Ema-nnel unter der Trauerbirke. Nun eilt' er froh und zitterndzu Julius herab und fand ihn mit dem Lilienangesicht, schönwie den jünger» Bruder eines Engels, umflogen und umsun-gen von Vögeln, an einer Birke lehnen:welche Gestalten,welche Herzen, dacht' er, schmücken dieses Paradies." Wiehätck er sich an einem solchen Morgen, an einem so heili-gen Orte, gegen einen so guten Jüngling verstellen und ihmetwa mit der nachgemachten Stimme seines italiänischcn Be-dienten den Brief an Emanuel übergeben können! Nein,das könnt' er nicht; er sagte mit leiser Stimme, um ihn nichtzu erschrecken: lieber Julius, ich bin's! Dann sank er