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5 (1847) Hesperus oder 45 Hundsposttage : drittes Heftlein
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ihn in die Erde heraus und gab seinen Freudenblumen bloSeinen feste rn Boden; und der Morgenwind kühlte seinenAthem und der Thau seine Wangen ab. Die Thränen stie-gen in seine Augen, als ste ans die wcißverhangncn Fenstersielen, hinter denen eine schöne, eine weise, eine geliebte undeine liebende Seele ihre unschuldigen Morgeuträume voll-endete. Ach, cS träume dir, Klotildc, von deinem Freunde,daß er dir nahe ist, daß er seine übcrströmendcn Augen aufdeine Zelle wendet und daß er verschwindet, wenn du er-scheinst, und daß er doch seliger werde von Minute zu Mi-nute ach er träumt ja auch, und wenn die Sonne aufgeht,ist das geliebte Thal wie dein Traum mit dem Sternenhim-mel versunken. O die Berge, die Wälder, hinter deneneine geliebte Seele wohnt, die Mauern, die sie umschließen,schauen den Menschen mit einem rührenden Zauber an undhangen vor ihm wie holde Vorhänge der Zukunft und Ver-gangenheit.

Der Berg führte ihm das Bild dcö Malers vor, dersonst hier gewesen war, um Klotildcnö Reize gleichsam wieein goldncs Zeitalter nur aus der Ferne abzuzcichnen undnäher zu ziehen und dieses führte sein Auge wieder indie Tage ihrer früher« Jugend und ihres stillen frommenLebens im Stift, und es schmerzte ihn, daß eine Zeit sonstgewesen und verloren war, in der er sie nicht lieben können.Da er sich umsah und sich dachte, auf allen diesen Steigen,neben diesen Bächen, unter diesen Bäumen ist sie gegangen:so wurde ihm die ganze Gegend heilig und lebendig und je-der darüber hinziehende Vogel schien seine Freundin zu su-chen und zu lieben wie er.

Aber nun wachte mit jedem Stern, der oben im Him-