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5 (1847) Hesperus oder 45 Hundsposttage : drittes Heftlein
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worin Kraft an Kraft, Blüte an Blüte reicht, und deren Le-bensquellcn von einer Erde in die andere spritzen, und derenleere Räume nur die Steige der feinern Kräfte und der Auf-enthalt der kleinern sind die ganze unermeßliche Weltstand vor ihm, deren auögespannter Wasserfall, in Düfte undStröme, in Milchstraßen und Herzen zersprungen, zwischenden zwei Donnern des Gipfels und des Abgrunds, reißend,gestirnt, gestammt herabfährt aus einer vergangnen Ewigkeitund niederspringt in eine künftige und wenn Gott aufden Wasserfall sieht, so malt sich der Zirkel der Ewigkeit alsRegenbogen auf ihn und der Strom verrückt den schwebendenZirkel nicht. . . .

Der selige Sterbliche stand auf und wandelte im Ge-fühle der Unsterblichkeit durch das um ihn pulstrcnde Früh-lingleben weiter; und er dachte, daß der Mensch mitten un-ter den Beispielen der Unvergänglichkeit den Unterschied zwi-schen seinem Schlaf und Wachen irrig zum Unterschied zwi-schen Sepn und Nichtseyn zerdehne. Jetzo war seinen kräftigenstrotzenden Gefühlen fedeS Getöse willkommen, das Schlagender Eisenhämmer in den Wäldern, das Rauschen der Lenz-Wasser und der Lenzwindc und das aufprasselnde Rebhuhn.

Um drei Uhr Morgens sah er Maicnthal liegen. Ertrat auf den von fünf einzelnen Tanncnbäumen gehobnenBerg, auf dem man durchs ganze Dorf und wieder hinüberzum andern Berge schauen kann, wo die Trauerbirke seinenEmanuel beschattet. Die überwachsene Zelle des letzten könnt'er nicht erblicken; aber am Stifte, wo seine Freundin träumte,schimmerten alle Fenster im ausfunkelnden Mondlicht. Inseiner Brust war noch der Rausch der Nacht und ans seinemAngesicht das Brennen der Träume aber das Thal zog