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5 (1847) Hesperus oder 45 Hundsposttage : drittes Heftlein
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setzt. Aber doch kann ich nicht zum Blumenflor meines Leh-rers Hinüberblicken, ohne zu weich zu werden, da ich denkenmuß, wer weiß, ob seine Tulpen nicht länger stehen, alsseine zerknickte Gestalt. Hat denn die ganze Arzncikunst keinMittel, das seine Hoffnung zu sterben vereitelt? Ichglaube, er stimmt mich nach und nach in seinen melancholi-schen Ton, womit ich mich vor einem andern als dem FreundeEmanuclö lächerlich machen würde; aber eine stille verbor-gene Freude bricht auch gern in Schwermuth aus;nur inder kalten, nicht in der schönen Jährzeit unserö Schicksals,sagten Sie einmal, thun die warmen Tropfen weh, die ausden Augen ans die Seele fallen, so wie man blos im Win-ker die Blumen nicht warm begießen darf." Und war-um sollt' ich Ihrer offenherzigen Seele nicht alle Schwächender meinigen offenbaren? Dieses Zimmer, worin meine Giu-lia ihr schönes Leben endigte, dieser Spiegel sogar, der mir,als ich mich vor Schmerz von ihrem Sterben wegkehrte,meine erblassende Schwester noch einmal zeigte, die Fenster,aus denen mein Auge so oft des Tages auf einen traurigendornenvollen Rosenstrauch und auf einen ewig geschlossenenHügel kommen muß, alles das darf ja wvl meinem Herzeneinige Seufzer mehr geben, als eine Glückliche sonst habensoll. Ich weiß nicht, sagten Sie oder Emanuel es:derGedanke des Todes muß nur unser Bcsserungmittel, abernicht unser Endzweck sepn; wenn in das Herz wie in dieHerzblätter einer Blume die GrabeSerde fällt, so zerstöretsie, anstatt zu befruchten", aber auf mein Laub hat wol dasSchicksal und Giulia schon einige Erde geworfen. Undich trage sie gern, da ich seit Ihrer Freundschaft nun zueinem Herzen flüchten kann, vor dem ich meines öffnen darf,

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