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Steig und lasset ihn nicht nach Maicnthal. Denn erheißet so:
„Würdigster Freund,
Kein Mädchen ist vielleicht so glücklich als eine Dich-terin; und ich glaube, hier in diesem aufgeschmückten Thalewird man zuletzt beides. Sic sind überall glücklich, da Sicsogar an einem Hofe ein Dichter scyn können, wie mir Ihreschöne poetische Epistel beweiset. Aber die Phantasie maletgern aus Schminkdosen — das wahre Maicnthal kann derIhrigen nicht soviel geben, als Sie in die drei Landschaft-Blätter desselben zu legen wissen. So oft ich und Sie einerleidurch Dichtung ersetzen müssen: so ist blos bei Ihnen derErsatz größer als daö Opfer.
Wenn ich Ihnen das Vergnügen, H. Emanucl zu sehen,durch Ueberredcn hätte verschaffen können: so hätt' ich's gerngethan; aber ich war zuletzt aus Gewissenhaftigkeit nicht be-redt genug, um ihn zu einer Reise zu Ihnen zu bringen,die seine steche Brust der Gefahr deö Verblutens aussctzte.Sehen Sie ihn für einen Frühling an, den man alle Jahreneun Monate lang erwarten muß.
Ach die Besorgniß für meinen unvergeßlichen und uner-setzlichen Lehrer wirft einen Schatten über den jetzigen gan-zen Frühling wie ein Grabmal über einen Blumengarten.Ich habe niemals einen Frühling so gern und so freudig an-gesehen wie diesen — ich kann oft noch bei Mondschein andie Bäche hinanögehcn und eine Blume aufsuchcn, die vordem fließenden Spiegel zittert und um welche ein Mondoben und einer unten schimmert, und ich stelle mir das Blu-menfest in Morgenland vor, bei den: man (wie man sagt)Nachts um jede Gartenblume einen Spiegel und zwei Lichter