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um ihm darin alle Kümmernisse, alle Seufzer, alle Zweifel,alle Fragen einer gedruckten Seele zu zeigen. O ich dankedem Allgütigen, daß er mir so viel, als er mir in meinemLehrer zu entziehen drohet, schon voraus in seinem Freundewieder gibt — meine Freundschaft wird unserm Emanuclnachreichen bis in die andre Welt und seinen Liebling be-gleiten durch diese; und sollte einmal auf uns beide der ge-meinschaftliche Schlag seines Todes fallen, so würden wirunsere vereinigten Thränen geduldiger vergießen und ichwürde vielleicht sagen : ach, sein Freund hat mehr verlorenals seine Freundin!
Klvtilde."
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Das Schlagen meines fremden Herzens misset mir dasSchlagen des glücklichem ab. Aber eh' ich erzähle, wasViktors Freude über diesen Brief anfangs störte und dannverdoppelte, sei es mir erlaubt, zwei gute Bemerkungen zumachen. Die erste ist: die vergrößerte Empfindsamkeit istin einer stolzen Brust (wie Klotildens), die sonst die Seuf-zer zurückholte und nur weibliche Satiren über uns Herrenauöschickte, das schönste Zeichen, daß ihr Herz im Sonnen-schein der Liebe zergehe. Denn diese kehret die Weiber um:sie macht aus einer Kolumbinc eine Noungin, aus einer Or-dentlichen eine Unordentliche, aus einer Feinen eine Offen-herzige, aus einer Putzmacherin und Putzträgerin eine Phi-losophin und wieder umgekehrt. — Und du, liebe Phi-lippine, prüfe die zweite Bemerkung, da du jetzo so gut bistwie dein eigner Bruder: ist nicht das Verhehlen der Liebedas schönste Entdecken derselben? Zeigt nicht ein Schleier