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man schon zu erwarten berechtigt, daß er sich anders beneh-men und gegen jene Gleichheit der Stände und der Lasternicht verstoßen werde, da die Menschen die Sünden am bestengemeinschaftlich verüben, wie in den schweizerischen Kirchendie Zuhörer gemeinschaftlich husten müssen oder die Rekruteneines Transports zugleich pissen. Wenigstens sucht derMann von Lebensart seine Liebe gegen seine Religion sogut zu verbergen wie die gegen seine Frau. — Ich kommewieder zur Historie:
Viktor beschloß nun, lauter Besuche zu machen, die ihnärgerten und dem Nächsten gefielen. Die nächste war eineaußerordentliche Steuer von Besuch bei der Fürstin (dennseine tägliche Prinzessinsteuer bei ihr hörte nun auf). Frei-lich wurde die dicke Stunden-Uhr des alten Zeidler Lindsjede Minute ein Wecker, der ihm seine vorigen tollkühnenScherze, seinen Uhr-Einschluß und Liebebrief an Agnolavorhielt. Ich kann mich der Sorge nicht erwehren, daß dieLeser ausglitschen und sich's nicht träumen lassen, mit wel-chem Herzen Sebastian zur Fürstin ging: o! mit einem vollstummer Abbitten und — Lossprechungen, mit einer ausge-dehnten Brust voll stolzer Zuversicht und doch voll theil-nehmender Milde. Woher kam das? — Aus der schönenSeele kam cö, die jetzt, von fremder Liebe ausgesöhnt undauSgcfüllt, nichts mehr wünschen konnte, als Freundschaft,und die nun zu glücklich war, um nicht versöhnlich zu seyn.Aber er fand zwei kalte raffinirtc Gesichter bei ihr, deneneben so schwer abzubittcn als zu vergeben ist — nämlich ihreignes und das des Grafen von O. aus Kussewiz, bei wel-chem ihre Uebergabe geschehen war. Viktor erröthete; derGraf schien ihn gar nicht zu kennen — sie wurden einander
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