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wie Kant nicht das mit Dinte anzeichnen kann, was de»Menschen schlimm macht, so ist anch das nicht darzustellen,was sein Herz über dem moralischen Kothe aufrecht erhältoder aus diesem empor zieht.
Wer erklärt cS, wenn es Menschen gibt, die von Ju-gend auf ein gewisses Gefühl von Ehre entweder besitzenoder entbehren — im weiblichen Geschlecht ist diese Abthci-lung noch schroffer und wichtiger — wenn eS Menschen gibt,die von Jugend auf eine gewisse Sehnsucht nach dem lieber-irdischen, nach der Religion, nach dem Edleren im Men-schen (und nach Systemen, die dieses Edlere besiegeln undnicht bestreiten) entweder empfinden oder ewig entrathen?
-(Bei Kindern ist warmes Gefühl für die Religion
oft ein Zeichen des Genies.) Der Mensch wird nicht gut(obwol besser), weil er sich bekehrt, sondern er bekehrt sich,weil er gut ist.
Wäre die Tugend nichts wie Stoizismus: so wäre sieein bloßes Kind der Vernunft, deren Pflegetochter sie höch-stens ist. Der Stoizismus stellt die Tugend so nützlich, sovernünftig dar, daß sie nichts weiter ist als ein Schluß;man hat bei ihr nichts zu überwinden, als Jrrthümer. Dasie (nach ihm) nicht das höchste, sondern das einzige Gutist; da alle Begierden nach ihm auf ein leeres Nichts los-gehen: so ist Tugend kein Verdienst, sondern eine Nothwcn-digkcit. Z. B. wenn eS nichts hassenSwertheö gibt: so istder Sieg über den Zorn und die Liebe gegen den Feindnicht schwerer oder verdienstlicher, als die gegen den Freund,sondern einerlei.
Was hat denn der Stoiker der Tugend nach seiner Mei-nung aufzuopfcrn, als Vcrirgütcr, Luftschlösser und Fiebcr-