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weil er die Wonne genießet, keine Widersprüche in sichzu fühlen, weil alle seine Ketten fallen, weil er nichtsmehr fürchtet im schauerlich-erhabnen All. — Der An-blick ist groß, wenn der Engel im Menschen geboren wird,wenn alsdann am Horizont der Erde die ganze Sonncn-wärmc der Tugend auf das Herz nicht mehr durch Wolkenfällt. —
Aber der arme Mensch, der gebundne in Blut versunkne,von Fleisch umfaßte Mensch, empfindet bald den Unterschied' zwischen seinen Entzückungen und seinen Kräften; er, der dasgelobte Land erkämpfen wollte, da ihm die Trauben dessel-ben entgegen kamen, stockt, wenn er gegen dessen Riesen zie-hen soll (gegen die Leidenschaften). Gleichwol verwerf' ichnicht einmal die Ucbcrtreibung jenes Enthusiasmus: derMensch muß wie Gebäude in die Höhe geschraubt werden,5^- damit er umgebauet werde; ein Syllogismus gräbt dieBlutströme unserer Begierden nicht ab. Es ist sonderbar,daß der Teufel in uns allein das Recht haben soll, dasBlut, die Nerven, die Getränke, die Leidenschaften zu seinenKricgsoperazionen und für seine Reichskasse zu verwenden,der Engel aber nicht . . .
Indessen ist'ö so: die Menschen sind lasterhaft, weil siedie Tugend für zu schwer ansehen, und sie werden es wie-der, weil sie sie für zu leicht hielten. Nicht die Vernunft(d. h. das Gewissen) macht uns gut: sie ist der ausgcstrecktehölzerne Arm am Wege der Tugend; aber dieser Armkann uns weder hintragen noch hindrängen — die Vernunfthat die gesetzgebende, nicht die ausübende Gewalt. DieKraft, diese Befehle zu lieben, die noch größere, sich ihnenzu ergeben, ist ein zweites Gewissen neben dem ersten; und