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machen dürfe wie sonst, wo er sich zu jedem Adagio eigneSzenen vormalte und jedem Stücke besondere Schwärmereienseiner Texte unterlegte. Denn es ist ein unfehlbares Mittel,den Tönen ihre Allmacht zu geben, wenn man sie zu Ripien-stimmen unserer Stimmung und so aus Instrumental-Musikgleichsam Vokal-Musik, aus unartikulirten Tönen artikulirtemacht, anstatt daß die schönste Reihe Töne, die kein bestimm-ter Gegenstand zu Alphabet und Sprache ordnet, abgleitetvom bespülten, aber nicht erweichten Herzen. — Als daherdie holdesten Laute, die je über Menschenlippen als Mitlauterder Seele stoffen, von der bebenden Mundharmonika zu we-hen anfingen; als er fühlte, daß diese kleinen Stahlringegleichsam als Fassung und Griffbrett seines Herzens ihreErschütterungen zu seinen machen würden: so zwang er seinfieberhaftes Herz, an dem ohnehin heute alle Wunden auf-gingen, sich gegen die Töne zusammenzuziehen und sich keine
Szenen vorzuzeichnen, bloS damit er-nicht in Thränen
ausbräche, bevor das Licht weg wäre.
Immer höher stieg das Zuggarn hebender Töne mit sei-nem ergriffenen Herzen empor. — Eine wehmüthige Erin-nerung um die andere sagte in dieser Geisterstunde der Ver-gangenheit zu ihm: „erdrücke mich nicht, sondern gib mir„meine Thräne" — Alle seine gefangnen Thränen wurdenum sein Herz versammelt und sein ganzes Innere schwamm,aus dem Boden gehoben, sanft in ihnen — Aber er faßtesich: „kannst du noch nicht entbehren (sagt' er zu sich), nicht„einmal ein nasses Auge? Nein, mit einem trocknen nimm„dieses beklommene Echo deiner ganzen Brust, nimm diesen„Nachhall aus Arkadien und alle diese weinenden Laute in„eine zerstörte Seele auf" — Unter einer solchen überhüllten