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5 (1847) Hesperus oder 45 Hundsposttage : drittes Heftlein
Entstehung
Seite
64
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auszankt oder bcräuchcrt und erhebt. Die Furcht zu sterbenausgenommen, gibt's nichts jämmerlicheres als die Furchtzu leben. Leute von wahren Talenten sollten sich betrinken,um das Leben auö dem rechte» Lichte zu sehen und cs unsnachher zu melden. Am allerclcndesten aber (so daß dasmenschliche Leben dagegen noch passabel ausfällt) ist dasbürgerliche, auf das ich Jahre lang loszichcn könnte, blosweil cs nichts hat als lange Tröge für den Magen, auödenen die Ketten für die Phantasie hcrabhängen weil'sden Menschen zum Kleinstädter umsetzt weil's unser flie-ßendes Daseyn aus einem Fruchtackcr zur Säemaschine machtweil's einen fatalen Dunst ausdampft, der sich dick vordas Grab und über den Himmel ansetzt, und in dem sich derarme Erpedizionrath von Mensch schwitzend, käucnd, feist,beschmieret, ohne einen warmen Svnnenstral für sein Herz,ohne ein Streiflicht für sein Auge herumtreibt, bis ihn derFall-Bock des Pflasterers*) auf den morastigen Dreh-platz einrammt. Den einzigen Nutzen hat so ein armerMarmorstein, ans dem ein Pflaster statt einer Statuegemacht wird, daß er das ganze Menschenleben für etwasrecht Erhebliches ausieht, das er nicht genug preisen könne. Inzwischen könnte doch auch uns guten Narren das Aeu-ßcre nicht so klein Vorkommen, wenn nicht etwas ewigesGroßes in uns wäre, womit wir'ö Zusammenhalten wennnicht ein Sonnenlicht in uns wäre, das in dieses Opern-theatcr so hincinsällt, wie das Taglicht zuweilen, wenn eineThüre aufgeht, in die nachtlichte Schaubühne wenn wir

*) Er nennt den Tod und den Staat einen Pflasterer, obwolin verschiedenem Sinn.