„auszankt oder bcräuchcrt und erhebt. Die Furcht zu sterben„ausgenommen, gibt's nichts jämmerlicheres als die Furcht„zu leben. Leute von wahren Talenten sollten sich betrinken,„um das Leben auö dem rechte» Lichte zu sehen und cs uns„nachher zu melden. — Am allerclcndesten aber (so daß das„menschliche Leben dagegen noch passabel ausfällt) ist das„bürgerliche, auf das ich Jahre lang loszichcn könnte, blos„weil cs nichts hat als lange Tröge für den Magen, auö„denen die Ketten für die Phantasie hcrabhängen — weil's„den Menschen zum Kleinstädter umsetzt — weil's unser flie-ßendes Daseyn aus einem Fruchtackcr zur Säemaschine machtweil's einen fatalen Dunst ausdampft, der sich dick vor„das Grab und über den Himmel ansetzt, und in dem sich der„arme Erpedizionrath von Mensch schwitzend, käucnd, feist,„beschmieret, ohne einen warmen Svnnenstral für sein Herz,„ohne ein Streiflicht für sein Auge herumtreibt, bis ihn der„Fall-Bock des Pflasterers*) auf den morastigen Dreh-„platz einrammt. — Den einzigen Nutzen hat so ein armer„Marmorstein, ans dem ein Pflaster statt einer Statue„gemacht wird, daß er das ganze Menschenleben für etwas„recht Erhebliches ausieht, das er nicht genug preisen könne.„— Inzwischen könnte doch auch uns guten Narren das Aeu-„ßcre nicht so klein Vorkommen, wenn nicht etwas ewiges„Großes in uns wäre, womit wir'ö Zusammenhalten — wenn„nicht ein Sonnenlicht in uns wäre, das in dieses Opern-„theatcr so hincinsällt, wie das Taglicht zuweilen, wenn eine„Thüre aufgeht, in die nachtlichte Schaubühne — wenn wir
*) Er nennt den Tod und den Staat einen Pflasterer, obwolin verschiedenem Sinn.