„erloschene Brust war über ein Herz gewölbt, das dich ohne„Gränzen liebte bis in den Tod.
„Und das ist im ganzen das einzige Unglück des ar-„men Seligen. An und für sich und seiner originellen Lage„und Laune wegen hätte der gute Bastian schon gut genug„fahren können; aber er war zu weich zur Freude — zu„unbesonnen — zu heiß — fast zu phantastisch. Er wollte„gar lieben (bei seinen Lebzeiten) und es war nicht zu thun.„Die Blumengöttin der Liebe ging vor ihm vorbei, sie„versagte ihm die Verklärung des Menschen, das Melodrama„des Herzens, das goldne Zeitalter des Lebens. . . . Kalte„Gestalt, richte dich auf und zeige den Menschen die Thrä-„neu, die aus einem weichen Herzen fließen, das vor Liebe„bricht und keine findet. . . .
„Wenn unser Horion nicht glücklich war: so mag cs„ihm freilich gar wohl thun, wenn er schon am Mittage des„Lebens seine Mittagruhe halten darf, wenn er sterben, und„loSgcmacht vom heißpochenden Herzen, gestillt vom TodeS-„engcl, sich so frühe legen darf unter das lange Leichentuch,„das der Menschen-Genius über ganze Völker wie der Gärt-„ner das Verdeck über den Blumenflor gegen Regen und„Sonne zieht — gegen die Glut unsrer Freuden, gegen den„Guß unsers Wehs. . . . Ruhe du auch, Horion!" . . .
— Seine Wehmuth bei diesen Worten aus dem altenTraume war so übermannend, daß er aus ihr — zur Ent-schuldigung oder zur Erholung — in eine fast wahnsinnigeLaune übcrtrat.
„Inzwischen ist der sämmtlichc Spaß halb gegen meinen„Geschmack, den ich am Hofe ausbildcn wollte. Das Leben„verlohnet's gar nicht, daß man seinetwegen den guten Tod