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5 (1847) Hesperus oder 45 Hundsposttage : drittes Heftlein
Entstehung
Seite
62
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ein Schleier war über den Leichnam gewickelt und erstieg verzerret auf den Stuhl, um fortzufahrcn:

DaS ist die Nachtleichc der verschlackte, der ver-kohlte Mensch in solche starre Klumpen sind die Ichgeklebt und müssen sie wälzen Warum bebet ihr übermich, Zuhörer, weil ich bebe, daß ich dieses umgcworfeneMenschenbild so starr anblicke? Ich seh' ein Gespenstum diesen Leichnam schweben, das ein Ich ist. ... Ich!Ich! du Abgrund, der im Spiegel deö Gedankens tief insDunkle zurückläust Ich! du Spiegel im Spiegel duSchauder im Schauder! Ziehet den Schleier vom Leich-nam weg! Ich will den Todten keck anschauen, bis ermich zerstört." . . .

Jeder schauderte nach; aber ein Engländer zog denTodtenschlcier weg. .... Starr, sprachlos, ergriffen, erbe-bend sah Viktor auf das enthüllte Gesicht, daö auch lebendigum seine Seele hing; aber endlich ergossen sich Thräncn überseine kalten Wangen und er sprach leiser, wie wenn sich seinHerz auflvste:

Seht, wie der Leichnam lächelt! Warum lächelst dudenn so, Sebastian? Warst du ctwan so glücklich auf derErde, daß dein Mund in einer Entzückung erkaltete? . . .Nein, glücklich warst du wol nicht die Freude selber waroft für dich ein Samengehäuse des Schmerzes Und dusagtest selber recht oft: ich bin schon zufrieden und ich ver-diene kaum meine Hoffnungen und Wünsche, geschweige ihreErfüllung.

Flamin! schaue dieses umgclcgte Gesicht hier an eslächelt auö Freundschaft, nicht aus Freude Flamin, diese