ein Schleier war über den Leichnam gewickelt — und erstieg verzerret auf den Stuhl, um fortzufahrcn:
„DaS ist die Nachtleichc — der verschlackte, der ver-kohlte Mensch — in solche starre Klumpen sind die Ich„geklebt und müssen sie wälzen — Warum bebet ihr über„mich, Zuhörer, weil ich bebe, daß ich dieses umgcworfene„Menschenbild so starr anblicke? — Ich seh' ein Gespenst„um diesen Leichnam schweben, das ein Ich ist. ... Ich!„Ich! du Abgrund, der im Spiegel deö Gedankens tief ins„Dunkle zurückläust — Ich! du Spiegel im Spiegel — du„Schauder im Schauder! — Ziehet den Schleier vom Leich-„nam weg! Ich will den Todten keck anschauen, bis er„mich zerstört." . . .
— Jeder schauderte nach; aber ein Engländer zog denTodtenschlcier weg. .... Starr, sprachlos, ergriffen, erbe-bend sah Viktor auf das enthüllte Gesicht, daö auch lebendigum seine Seele hing; aber endlich ergossen sich Thräncn überseine kalten Wangen und er sprach leiser, wie wenn sich seinHerz auflvste:
„Seht, wie der Leichnam lächelt! Warum lächelst du„denn so, Sebastian? Warst du ctwan so glücklich auf der„Erde, daß dein Mund in einer Entzückung erkaltete? . . .„Nein, glücklich warst du wol nicht — die Freude selber war„oft für dich ein Samengehäuse des Schmerzes — Und du„sagtest selber recht oft: ich bin schon zufrieden und ich ver-diene kaum meine Hoffnungen und Wünsche, geschweige ihre„Erfüllung. —
„Flamin! schaue dieses umgclcgte Gesicht hier an — es„lächelt auö Freundschaft, nicht aus Freude — Flamin, diese