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Theil 1 (1851)
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296
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Eilfter Gesang.

6 .

Jetzt wundert sie und freut sich solcher Weise,Da, wie gesagt, sie ihn am Finger schaut,

Daß sie fasi zweifelt, ob kein Traum sich weise,lind kaum den Augen, kaum der Hand vertrant.Vom Finger nimmt sie ihn und steckt ihn leiseIn ihren Mund und eilt, ohn' allen Laut,

Schnell wie der Blitz, sich Nnd'ger» zu verstecken,Der Sonne gleich, wenn Wolken sie bedecken.

Der Ritter schaut nach allen Seiten, allen,

Und dreht im Kreise sich umher, wie toll.

Kaum aber ist der Ring ihm eingefallen,

So wird er ganz von Schaam und Aerger voll,

Läßt manchen Fluch ob seiner Dummheit schallenllnd klagt das Fräulein an mit bitterm Groll,

Daß sie so undankbar mit argem HohneFür den evzeigtcn Beistand ihn belohne.

8 .

Treulose, ruft er ans, sind dies die Gaben,

Womit du lohnst, was ich für dich gethan?

Willst lieber an gestohlnem Gut dich laben,

Als zum Geschenk den Ring von mir empfähn?

Den Schild, das Roß, mich selber sollst du haben,

Und wende ganz, wie dir's gefällt, mich an ;

Nur daß du mir dein schönes Antlitz zeigest!

Ich weiß, o Schalk, du hörst mich — und du schweigest