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Theil 1 (1851)
Entstehung
Seite
257
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Zehnter Gesang.

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«.

Verheißungen und Schwüre sind im leerenLufträume schnell zerstreut durch Windesmacht,Sobald der Mann vom durstigen Begehren,

Das in ihm glüht und brennt, sich frei gemacht.Drum lasset durch dies Beispiel euch belehrenlind habt des Flehns, der Thräneu minder Acht.Der, wertste Frauen, steht bei',» Glück in Gnaden,Der sich zu witz'gen lernt durch Andrer Schaden.

Wahrt euch vor dem, deß Antlitz Inder VlütheDer schönen Zeit so glatt ist und so schier;

Denn heut entsteht, heut schwindet im Gemüthe,Strohflammen gleich, ihm jegliche Begier.

Wie sich der Jäger um das Wild bemühteBei Hitz' und Frost, am Strand, im Bergrcvier,Doch wenn cr's erst gefangen, sein nicht achtetUnd nur dem fiieh'udeu nachzneilcn trachtet:

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So ihuu die Knaben auch. Wie lang' Entbehrung,Verschmähen, Trotz die Liebentflammten Plagt,

Sind sie voll Zärtlichkeit und voll Verehrung,

Im Dienen treu, so sehr es euch behagt.

Doch kaum erfreu'n sie sich der Sieggcwährnug,

So findet ihr die Herrscherin» zur MagdHerabgesetzt und seht mit Schmerz zu Ander»,

Von euch hinweg, die falsche Liebe wandern.

Ariosto I. 1/