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Zweiter Gesang.
. 3 .
Herab, du Räuber, ries Rinald dem HeidenVoll Hochmuth zu, herab von meinem Pserd!Ich Pflege nicht des Meinen Raub zu leiden,Und theuer mach' ich'S dem, der sein begehrt.Auch will ich dich von dieser Dame scheiden,Denn dir sie lassen wäre strafenswcrth»
Das beste Roß, das schönste Weib ans ErdenSind nicht gemacht, um Räubcrgut zu werden.
4 .
Das lügst du wohl, daß ich ein Räuber wäre,Ertönt, gleich stolz, des Saracenen Schrein.Wer dich so nennt, wird sicher (wie die schwereBeschuld'gung geht) der Wahrheit treuer seyn.Die Probe zcig'S, wer würd'ger ist der Ehre,Die ihm das Fräulein und das Roß verlcihu.Obwohl, was sie betrifft, muß ich bekennen,Nichts auf der Welt sey ihrer Werth zu nennen.
5 .
Wie manchesmal ein Paar beißsücht'ge Bracken,
Treibt Mißgunst oder andrer Groll sie an,
Mit scheelem Ange, roth wie glüh'nde Schlacken,
Und rauhem Knurren sich einander nähnUnd dann, zornwütig, hochgesträubt den Nacken,
An's Beißen kommen mit gefletschtem Zahn:
So kommt es jetzt zum Schwerdt vom Schrei'n und ZankenAuch zwischen dem Circaffer und dem Franken.