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„ihren grauen Haaren mit einem solchen Schmerz Nachsehen,
„daß er mein schwaches Leben schließt.-- O du Allgü-
„tiger, schließ' es lieber heute, ohne den großen Schmerz!"
-Warum legt sich noch im Alter, wo der Mensch schon
so gebückt und müde ist, noch auf den untersten Stufen derGruft das Gespenst des Kummers so schwer auf ihn unddrückt das Haupt, in welchem schon alle Jahre ihre Dornengelassen haben, mit einem neuen Schauder hinunter?
Aber Christus schickte den Todesengel mit der kaltenHand nicht: sondern blickte selber den verlassenen Greis, derso nahe an ihm war, mit einer solchen lächelnden Sonnen-wärme in das Herz, daß sich die reife Frucht ablösete— undwie eine Flamme brach sein Geist aus dem geöffneten Her-zen — und begegnete über der zweiten Welt seiner geliebtenSeele — und in stillen, alten Umfassungen zitterten beide
verknüpft ins Elysium nieder, wo sich keine endigt. --
Maria reichte ihnen liebend die beiden Hände und sagteträum- und freudetrunken: „Selige! nun bleibt ihr bei-sammen."
Ueber die arme Erde bäumte sich setzt eine rothe Dampf-säule und umklammerte sie und verhüllte ein lautes Schlacht-feld. Endlich quoll der Rauch auseinander über zwei blutigeMenschen, die einander in den verwundeten Armen lagen.Es waren zwei erhabne Freunde, die einander alles aufge-opsert hatten und sich zuerst, aber ihr Vaterland nicht. „Lege„deine Wunde an meine, Geliebter! — Nun können wir„uns wieder versöhnen; du hast sa mich dem Vaterlande ge-opfert und ich dich. — Gib mir dein Herz wieder, eh' es„sich verblutet. — Ach, wir können nur mit einander ster-