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8 (1848) Siebenkäs : erstes und zweites Bändchen
Entstehung
Seite
340
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Jetzo sank eine hohe edle Gestalt mit einem unvergäng-lichen Schmerz ans der Höhe auf den Altar hernieder undalle Todten riefen:Christus ist kein Gott?"

Er antwortete:es ist keiner."

Der ganze Schatten jedes Todten erbebte, nicht bloö dieBrust allein, und einer um den andern wurde durch dasZittern zertrennt.

Christus fuhr fort:Ich ging durch die Welten, ichstieg in die Sonnen und flog mit den Milchstraßen durchdie Wüsten des Himmels; aber es ist kein Gott. Ich stiegherab, so weit das Seyn seine Schatten wirst, und schauetein den Abgrund und rief: Vater, wo bist du? aber ichhörte nur den ewigen Sturm, den niemand regiert, undder schimmernde Regenbogen aus Wesen stand ohne eineSonne, die ihn schuf, über dem Abgrunde und tropfte hin-unter. Und als ich aufblickte zur unermeßlichen Welt nachdem göttlichen Auge, starrte ste mich mit einer leeren bo-denlosen Augenhöhle an; und die Ewigkeit lag auf demChaos und zernagte es und wiederkäuete sich. Schreietfort, Mißtöne, zerschreit die Schatten, denn Er ist nicht!"

Die entfärbten Schatten zerflatterteu, wie weißer Dunst,den der Frost gestaltet, im warmen Hauche zerrinnt; undalles wurde leer. Da kamen, schrecklich für das Herz, diegestorbenen Kinder, die im Gottesacker erwacht waren, inden Tempel und warfen sich vor die hohe Gestalt am Altäreund sagten:Jesus! haben wir keinen Vater?" Und erantwortete mit strömenden Thränen:wir sind alle Waisen,ich und ihr, wir sind ohne Vater."

Da kreischten die Mißtöne heftiger die zitterndenTempelmauern rückten auseinander und der Tempel