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den offenen Särgen schlief nichts mehr als die Kinder. AmHimmel hing in großen Falten blos ein grauer schwülerNebel, den ein Riesenschatte wie ein Netz immer näher, en-ger und heißer herein zog. Ueber mir hört' ich den fernenFall der Lauwinen, unter mir den ersten Tritt eines uner-meßlichen Erdbebens. Die Kirche schwankte aus und niedervon zwei unaufhörlichen Mißtönen, die in ihr mit einanderkämpften und vergeblich zu einem Wohllaut zusammenfließenwollten. Zuweilen hüpfte an ihren Fenstern ein grauerSchimmer hinan, und unter dem Schimmer lief das Bleiund Eisen zerschmolzen nieder. Das Netz des Nebels unddie schwankende Erde rückten mich in den Tempel, vor dessenThore in zwei Gift-Hecken zwei Basilisken funkelnd brüte-ten. Ich ging durch unbekannte Schatten, denen alte Jahr-hunderte aufgedrückt waren. — Alle Schatten standen umden Altar und allen zitterte und schlug statt des Herzensdie Brust. Nur ein Todter, der erst in die Kirche begrabenworden, lag noch auf seinem Kiffen ohne eine zitternde Brust,und auf seinem lächelnden Angesicht stand ein glücklicherTraum. Aber da ein Lebendiger hinein trat, erwachte erund lächelte nicht mehr, er schlug mühsam ziehend dasschwere Augenlied auf, aber innen lag kein Auge und in derschlagenden Brust war statt des Herzens eine Wunde. Erhob die Hände empor und faltete sie zu einem Gebet; aberdie Arme verlängerten sich und löseten sich ab und die Händesielen gefaltet hinweg. Oben am Kirchcngewölbe stand dasZifferblatt der Ewigkeit, auf dem keine Zahl erschien,und das sein eigner Zeiger war; nur ein schwarzer Fingerzeigte darauf und die Tobten wollten die Zeit darauf sehen.
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