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8 (1848) Siebenkäs : erstes und zweites Bändchen
Entstehung
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ein Ziel in den nächtlichen Spazierweg einzustecken. Weißeund rothe Rosen könnt' er aus dem Treibhause eines Hof-gärtners des Fürsten von Oettingen-Spielberg, der erst inden Ort gezogen war, leicht bekommen. Er ging um die mitBlüten verhangnen steilrechten Glasdächer herum und zumGärtner und erhielt, was er wollte, blos keine Vergiß-meinnicht, die der Mann natürlich den Wiesen überlastenhatte. Und Vergißmeinnicht waren zur Ründe der liebevollenIllusion unentbehrlich. Er ging daher mit dem authentischenHerbstflor zur Taratrizin, in deren Händen seine Seiden-pflanzen waren, um die todten tauben Cocons-Vergißmein-nicht in lebende Rosen einzubinden. Als er hin kam und dieFrau darum anging: vernahm er staunend, in seinem Namenhabe das Pfand schon der H. v. Meyern eingelöset und mit-genommen, und ein so großes Pfandgeld dagelassen, daß siesich bei dem Advokaten noch heute bedankte. Es gehörte derganze Widerstand eines mit Liebe gestärkten Herzens dazu,daß er dem Venner nicht noch heute mit einem Sturm überden kriegslistigen Pfandraub ins Haus lief, weil er kaum den freilich irrigen und nur durch LenettenS Verschweigen derUebergabe erzeugten Gedanken aushalten konnte, daß zwi-schen Rosa'ö diebischen Ringfingern das schöne Pfand seinerreinen Liebe blühe. Auch die schuldlose Betrogne, die Ta-ratrizin, wäre anzufahren gewesen an einem andern, nicht solieb- und freudevollen Tage; aber Firmian fluchte blos imAllgemeinen, um so mehr, da die höfliche Frau ihm auf seinBitten fremde Seiden-Vergißmeinnicht zuzuführen hatte.Aus der Gasse war er mit sich über die Pflanzstadt der Blu-men streitig; er wünschte, er hätte in der Nähe ein frischaufgeackertes Beet mit Modererde vor sich, deren dunkler