das erste, was voran lag, war ein lederner Arm, der ihmordentlich durch die Seele fuhr. Denn der Arm hatt' ihnsonst häufig auSgeprügelt.
ES wird mich nicht zu weit verschlagen, wenn ich nurein einziges Wort darüber verliere. Diesen Parade-Armhatte nämlich am Leibe, wie im Felde eines Wappens, Sie-benkäsens Vater seit der Zeit geführet, daß er seinen wah-ren angebornen Arm'in Kriegsdiensten des gedachten großenRcichsfürsten zugesetzt hatte, der ihn sogleich zu einiger Be-lohnung als Büchsenspanner bei der Obrist - Jägermeisternanstellte. Den adsungirten Arm trug der Büchsenspanneran einem Haken der linken Achsel, mehr wie einen Roquelor-Aermel oder verlängerten Hand- und Armschuh zur Zierde,als etwan wie einen Maulchristen von Paradearm. Bei derErziehung aber that ihm der lederne Arm die Dienste einerSchulbuchhandlung und Bibelanstalt und war der Kolabora-tor des fleischernen. Gemeine Fehler, z. B. wenn unserFirmian falsch multiplizirte — oder auf dem Hühnerhunderitt — oder Schießpulver aus Näscherei leckte, oder eineTabackpfeife zerbrach, solche strafte der Büchsenspanncr ge-linde, nämlich bloö mit dem Stock, der überhaupt in gutenSchulen an den Kinderrücken als Saftröhre und Stechheberaufläuft, und solche mit wissenschaftlichem Nährsafte tränkt,oder der die Deichsel bleibt, woran ganze vorgespannte Win-terschulen lustig ziehen. Aber zwei andere Fehler sucht' erernsthafter heim. Wenn nämlich ein Kind unter dem Essenlachte, oder wenn es in den langen Tisch- und Abendgebetenstockte, oder irrte: so amputirte er schnell mit dem angebor-nen Arm den crworbnen und schlug mit dieser Kriegögurgel— sein eigner Ausdruck — seine lieben Kleinen entsetzlich.