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8 (1848) Siebenkäs : erstes und zweites Bändchen
Entstehung
Seite
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weinendes umzeichnete. Es ist genug, wenn sie die ganzeTrauer der Seele in Halbtrauer verwandelt; es ist genug,wenn ich zu mir sagen kann:ich will gern den Schmerztragen, den mir die Philosophie noch übriggelassen; ohne siewar' er größer und der Mückenstich ein Wespenstich."

,Sogar der körperliche Schmerz schlägt seine Funkenblos auö dem elektrischen Kondensator der Phantasieauf uns. Die heftigsten Stiche erlitten wir ruhig, wenn sieeine Terzie lang währten; aber wir stehen ja eben nie eineSchmerzenstunde aus, sondern nur zusammengereihete Schmer-zen-Terzien, deren 60 Stralen bloS die Phantasie in denheißen Stich- und Brennpunkt einer Sekunde fasset und aufunsere Nerven richtet. Das Peinlichste am körperlichenSchmerze ist das Unkörperliche, nämlich unsere Unge-duld, und unsere Täuschung, daß er immer währe.

Wir wissen alle gewiß, daß wir uns über manchen Ver-lust in zwanzig, zehn, zwei Jahren nicht mehr betrüben;warum sagen wir nicht zu uns:so will ich denn liebereineMeinung, die ich in zwanzig Jahren verlasse, lieber gleichheute wegwerfen; warum will ich erst zwanzigjährige Jrr-thümer abdankcn, und nicht zwanzigstündigc?"

Wenn ich aus einem Traum, der mir ein Otaheitc aufden schwarzen Grund der Nacht hinmalte, wieder erwacheund das blumige Land zerflossen erblicke: so seufz' ich kaumund denke, es war nur geträumt. Wie, und wenn ich dieseblühende Insel wirklich im Wachen besessen hätte und wennsie durch ein Erdbeben eingesunken wäre: warum sag' ichnicht da: die Insel war nur ein Traum? Warum bin ichuntröstlicher bei dem Verlust eines länger« Traums, alsbei dem Verlust eines kürzer« (denn das ist der Unter-