wiewol er in den dasigen Phiolen manches fände, was erin den seinigen vermisset.
— Ich will hier ein Ertrablättchcn über den Trost inunserem windigen naßkalten Leien aufsctzen. — Wer wiederüber kurze Abschweifung äußerst verdrießlich ist und kaumbei Trost, der suche eben seinen Trost im
Extrablättchen über den Trost.
Es kann, d. h. es muß noch eine Zeit kommen, wo esdie Moral bestehlt, nicht blos andere ungequält zu lassen,sondern auch sich; es muß eine Zeit kommen, wo der Menschschon auf der Erde die meisten Thränen abwischt, und wär'es nur auö Stolz! —
Die Natur reißet zwar mit solcher Eile Thränen ausden Augen und Seufzer aus der Brust, daß der Weise nieden Trauerflor vom Körper ganz abheben kann; aber seineSeele trage keinen! Denn ist eS einmal Pflicht oder Ver-dienst, das kleinste Leiden heiter zu übernehmen: so mußauch das Verschmerzen des größten noch Verdienst seyn, nurein größeres, so wie derselbe Grund, der die Vergebung klei-ner Beleidigungen gebietet, auch für das Verzeihen der größ-ten gilt.
Das erste, was wir am Schmerze — wie am Zorn —zu bekämpfen oder zu verschmähen haben, ist seine giftigelähmende Süßigkeit, die wir so ungern mit der Arbeitdes Tröstenö und der Vernunft vertauschen und vertreiben.
Wir müssen nicht begehren, daß die Philosophie mitEinem Federzuge die umgekehrte Verwandlung von Rubensnachthue, der mit Einem Striche ein lachendes Kind in ein