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Rathes auseinander gelegt. — Das Blut lief jetzo nichtmehr zwischen Klippen und Steinen, sondern ohne Wellenneben Wiesen über kleine Silberkörner des Lebens hin-weg. So ist der Mensch; im großen Elend richtet ihn dienächste frohe Minute auf, im großen Glück schlägt ihn dieentfernteste noch unter dem Horizonte stehende trübe nieder.
— Kein Großer, der Küchenmeister, Kellerschreiber, Kapau-nenstopser und Mundbäcker hat, wird von dem Vergnügen,zu bewirthen oder bewirthet zu werden, gelabt; er bekommtund erstattet keinen Dank; aber der arme Wirth steht mitdem armen Gast, mit dem er den Laib und die Kanne hal-birt, im Wechselbunde des Dankes.
Der Abend unterband mit einer weichen Binde denMorgen des Schmerzes — der Mohnsaft von 60 TropfenFreude wurde jede Stunde eingenommen und die Arznei be-täubte und berauschte sanft. Siebenkäö gab beim Abschiededem alten guten Hausfreund einen herzlichen dankbaren Kußfür seinen anfheiternden Besuch, Lenette stand mit dem Leuch-ter in der Hand darneben. Der Mann, um sie zu entschä-digen, daß er heute ihren kleinen Eigensinn im Mörser zuGrütze zerstoßen, sagte schnell und freundlich zu ihr: „gibihm noch einen dazu." Die Röthc schlug wie eine Flammean ihren Wangen hinauf und sie bog sich zurück, als hättesie schon einem Munde auözuweichen. Es lag am Tage, siewäre, hätte sie nicht das Amt einer Fackelträgerin versehen,davon gelaufen in die Kammer. Der Rath stand in einerleuchtenden Freundlichkeit — wie etwan eine weiße Winter-gegend im Sonnenschein — vor ihr und paßte darauf, daß
— sie ihn küsse. Das fruchtlose Lauern verdroß ihn zuletztund noch mehr das voreilige Zurückkrümmen; beleidigt, aber