Druckschrift 
8 (1848) Siebenkäs : erstes und zweites Bändchen
Entstehung
Seite
238
Einzelbild herunterladen
 

Rappeemühle oder sein Schnupftabackrcibeisen und griff indie Rocktasche, um eine halbe Stange Rappee auf die kleineHechselbank zu stellen. Er hatt' aber die Stange schon auf-gerieben. Er griff in die Hosentasche, um Geld zu einerneuen zu holen. Wahrhaftig er hatte hier stieß er einenFluch auö, für den er in England Fluchgebühren hätte gebenmüssen die ganze Börse sammt den Beinkleidern nichtnur (es waren seine plüschene), sondern auch sammt demrichtig abgezählten Packel eingewickelter Rezenstr-Gebührenaus Dummheit zum Schneider geschickt. Er sagte, es wärenicht daö erstemal, nnd der Meister sei recht ehrlich zumGlück; die Sache war aber, er hatte nie den Inhalt seinerBörse auswendig gewußt. Unbefangen bat er Lenetten:ihm eine Stange Rappee zu verschaffen, morgen übersend'er das Darlehn zugleich mit dem gelehrten Arbeitlohn."Siebenkäs fügte schelmisch bei:laß auch Bier mit holen,Beste." Er stellte stch mit dem Pelzstiefel anö Fenster,aber er konnte wol vernehmen, daß die arme Frau derenHerz gedrückt unter Seufzern lag und das die peius lo>-tset ckurs ausstand in die Kammer schleiche und ungehörtden Gewürz-Holländer (Lumpenhacker) vom Sessel in dieSchürze lege.

Nach einer guten halben Stunde kam endlich RappeeBier Geld und Freude in die Stube; die Glocken-speise des Mörsers war in eine bessere für den Magen um-gesetzt und diese Glocke war gleichsam das Wandelglvck-chcn gewesen, das hier nicht blos wie bei den Papisten eineTranSsubstanziazion oder Brodver Wandlung anzeigtc,sondern sogar eine selber erfuhr. Diese Gewürz-Lohmühlewar schnell in Sägeblätter für die Rappee-Sägemühle des