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im alten freundlichen Glanze warf er die Frage auf: „bin„ich keines Kusses werth, Frau Advokatin?" Der Mannsagte: „Sie werden doch nicht erwarten, daß die Frau ihn„gibt — sie steckte fa mit dem Leuchter Ihr Haar und alles„in Brand." Jetzo neigte sich der Pelzstiefel langsam undbedächtig und gebietend auf den umflammten Mund herabund setzte seinen beißen auf ihren, wie eine halbe Stangetropfendes Siegellack auf die andere halbe. Lenette gab ihmdurch daS Zurückbiegen des Hauptes mehr Fläche; jedochmuß man sagen, daß sie, indem sie den linken Arm mit demLeuchter, der Feuergefahr wegen, weit in die Luft hinaus-hielt, den Nath mit der rechten, einer andern nähern Feuer-gefahr wegen, höflich wegzustemmen Vieles that. Noch nachseinem Abgänge schien sie ein wenig verlegen — ihr Ganghatte etwas Schwebendes, als wenn eine große Entzückungsie mit ihren Flügeln aufwehete — die Abendröthc hieltauf ihren Wangen immer fort an, als der Mond schon hochstand — und ihre Augen glänzten, ohne Aufmerksamkeit, ihrLächeln kam eher als ihre Worte und sie sagte wenige —an den Gewürzmörser wurde gar nicht gedacht — sie faßtealles leiser und sanfter an und sah einigemal vom Fensterin den Himmel — sie hatte gar keine Eßlust mehr zum hal-ben Zweigroschenlaibe und trank kein Bier, sondern einige
Gläser Wasser mehr-Ein anderer, z. B. ich, hätte
die Finger aufgehoben und geschworen, er seh' ein Mädchenschweben, das heute vom Geliebten den ersten Kuß erlitten.
Ich würde meinen Schwur nicht bereuet haben, wennich am Tage darauf in das schnelle Morgenroth gesehenhätte, das an Lenetten bei der Ankunft der Gelder für dieRezensionen und für den Rappee auffloh. Es war ein Wun-