Druckschrift 
8 (1848) Siebenkäs : erstes und zweites Bändchen
Entstehung
Seite
229
Einzelbild herunterladen
 

229

schritt in identischen Sätzen, so demonstrircn die Wei-ter, da sie immer vom Nämlichen zum Nämlichen fortschrei-tend unaufhörlich. Gleichwol ist gewiß der Natur an fol-gendem Nutzen mehr gelegen. Die Baumblätter verharren, wiescharfe Naturforscher behaupten, in einer flatternden Bewe-gung, um die Luft durch dieses stete Geißeln zu reinigen:diese Schwingung thut beinahe die Dienste eines schwachenkleinen Windes*). Es wäre aber ein Wunder, wenn diesparsame Natur das viel längere, das siebzigjährige Schwin-gen der weiblichen Zungen ohne Absicht veranstaltet hätte.Die Absicht mangelt aber nicht; es ist dieselbe, warum dieBlätter wackeln; der ewige Pulöschlag der weiblichen Zungesoll der Erschütterung und Umrüttelung der Atmosphäre fort-helfen, die sonst anfaulte. Der Mond hat sein Waffcrmeerund der weibliche Kopf sein Luftmeer, das er gesund zuschütteln hat. Daher würde ein allgemeines pythagoräi-scheS Noviziat in die Länge Epidemien nach sich ziehenund Nonnen-Karthausen Pesthäuser. Daher nehmen unterkultivirten Völkern, die mehr sprechen, die grassirenden Krank-heiten ab. Daher ist die Einrichtung der Natur wohlthätig,daß die Weiber gerade in großen Städten ferner imWinter ferner in Zimmern und in großen Ge-sellschaften am meisten sprechen, denn eben in diesen Or-

*) Nur kau» man nicht sagen, daß der Wind durch Verjagenböser Dünste nütze, weil er ja für alle schlimme, die ermeinem Hintermann von mir zubrächte, mir wieder alleschlimme meines Vormanns zugcführct hätte, und weil dasstehende Wasser nicht darum modert, weil kein fließendesden Moder wcgschwcmmt.