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Extrablättchen
über das Reden der Weiber.
„Der Verfasser des Buchs über die Ehe sagt: eine Frau,„die nicht spricht, sei dumm. Aber es ist leichter, sein Lob-„redner, als sein Jünger zu seyn. Die klügsten Weiber sind„oft stumm unter Weibern, und die dümmsten und stummsten„sind oft beides nur unter Männern. Im Ganzen gilt vom„weiblichen Geschlecht die Bemerkung über das männliche, daß„die Menschen am meisten denken, die am wenigsten sprechen,„so wie die Frosche aufhören zu quaken, wenn man ein„Licht ans Weiher-User stellt.—Uebrigenö kommt das viele„weibliche Sprechen von ihren sitzenden Arbeiten; die sitzen-„den Handwerker, Schneider, Schuster, Weber haben mit„ihnen nicht nur die hypochondrischen Phantasien, sondern auch„das viele Sprechen gemein.
„Die Arbeittischlein der weiblichen Finger sind grade„die Spieltafeln weiblicher Phantasien, und die Stricknadeln„werden innerlich Zauberstäbchcn, womit sie die ganze Stube„in eine Geisterinsel voll Träume verwandeln; daher zer-„streuet ein Brief oder ein Buch eine Verliebte mehr als„vier Paar Strümpfe, die sie strickt. Die Affen reden nicht„— wie die Wilden sagen — um nicht zu arbeiten; aber„viele Weiber reden eben doppelt, weil sie arbeiten.
„Ich habe nachgedacht, zu welchem Zweck. Anfangs„scheint eS, die Natur ordne jenes Wiederholen des Gesag-ten zur Ausarbeitung metaphysischer Wahrheiten an; denn„da nach Jakobi und Kant Demonstrazion nichts ist, als Fort-