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8 (1848) Siebenkäs : erstes und zweites Bändchen
Entstehung
Seite
222
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Sichst du, sagte Lcnctte leis' und froh zu ihrem Manne,wie will ein gelehrter Herr es hören, wenn seine Frauwäscht und fegt?" Stiefel ging unerschüttert weiter imKettenschluß:Zu einem solchen Feuer, besonders ehe mannoch hineinkommt, ist Windstille zuvörderst erforderlich.Daher wohnen in Paris die großen Gelehrten und Künst-ler blos in der St. Viktorstraße, weil die andern Straßenzu laut sind. So dürfen eigentlich neben Professoren keineSchmiede, Klempner, Folicnschläger in Einer Gasse ar-beiten."

Siebenkäs setzte ernsthaft dazu:besonders Folien-schläger. Man sollte nur bedenken, daß die Seele mehrIdeen als ein halbes Dutzend*) nicht beherbergen kann:tritt nun die des Getöses als eine böse Sieben ein, somacht sich eine oder die andere, die man durchdenken oderniederschreibcn könnte, natürlicher Weise aus dem Kopfefort."

Stiesel forderte freilich der Frau den Handschlag als einPfandstück ab, daß sie wie eine JosuaS Sonne sedeSmalstillstehen wollte, wenn Firmian die Feinde schlug mit seinerFeder und Geißel.Hab' ich nicht selber, entgegnete sie,schon einigemal den Buchbinder gebeten, nicht so arg aufseine Bücher zu schlagen, weil mein Mann es höre, wenner seine Bücher macht?" Sie gab indeß dem Rathe dieHand; und er schied zufrieden von Zufriednen und hinterließihnen die Hoffnung gefriedigter Stunden.

*) Wirklich behauptete Bonnet, daß sie nicht mehr alssechs Ideen auf einmal haben könne. S. HallerS großePhysiologie.