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8 (1848) Siebenkäs : erstes und zweites Bändchen
Entstehung
Seite
219
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luft seiner Heimath ein, und blickt von der hohen Alpe desPindus hinab und drunten liegt sein schwerer verwundeterLeichnam, den er wie einen Alp seufzend tragen mußte.Wenn ein dürftiger verfolgter Schulmann, ein dürrer flie-gender ülaZistee lsgens, wenn ein Pönitenzpfarrer mit fünfKindern, oder ein gehetzter Hauslehrer jämmerlich dort liegt,mit jeder Nerve unter einem Marterinstrument: so kommtsein Amtbruder, um welchen eben so viel Instrumente sitzen,und disputirt und philosophirt mit ihm einen ganzen Abendlang und erzählt ihm die neuesten Meinungen der Literatur-zeitungen. Wahrlich dann wird die Sanduhr der Folter-stunde*) umgelegt dann tritt glänzend Orpheus mit derLeier der Wissenschaften in die physische Hölle der zwei Amt-brüder, und alle Qualen brechen ab, die trüben Zähren fal-len vom glänzenden Auge, die Furienschlangen ringeln sichzu Locken auf, das Jrionörad rollet nur musikalisch inder Leier um, und die armen Sisyphi sitzen ruhig auf ihrenzwei Steinen fest und hören zu ... . Aber die gute FraudeS Pönitenzpfarrers, des fliegenden Lesemagisterö, des Schul-manns, was hat diese in der nämlichen Noth für einenTrost? außer ihrem Manne, der ihr eben deswegen man-ches Nachsehen sollte, hat sie keinen.

Der Leser weiß noch aus dem ersten Theile, daß Leib-geber 3 Programme aus Baireuth geschickt; das vom D.Frank brachte Stiefel mit und trug ihm die Rezension des-selben für den Kuhschnappel'schen Göttcrboten deutscher Pro-grammen an. Dabei zog er noch ein anderes Werklein aus

*) So lauge die Tortur fortwährt, steht die messende Sand-uhr aufrecht.