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8 (1848) Siebenkäs : erstes und zweites Bändchen
Entstehung
Seite
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scharfsinnigsten nnd unverständlichsten Aussprüche zu vernehmen,solche ja nicht vergessen kann, sondern behalten muß, wennsie sich wiederholen!

Unerwartet erschien wieder der Haarkräusler und brachteeinen kurzen Nebel mit. Er sagte, er sei bei allen armenSündern seines Hauses herum gegangen, habe aber vergeb-lich bei den Kahlmäuscrn um so viel Vorschuß vom nahenMartini-Hauszins angehalten, als er heute bedürfe, um seinSchützen-LooS cinzukaufen. Die ganze Besatzung war frei-lich einer solchen Geldleistnng schon darum sechs volle Wochenvor dem Zahltermin nicht gewachsen, weil die meisten es aucham Termine selber nicht in der Gewalt hatten. Der Sachsekam also mit seinem Gesuche zum Grandat seines Hauses,zum Dukatenherrn, wie er den Advokaten nannte. Dieserkonnte die geduldige Haut, die sich über alle vorige Nein nichterzürnte, mit keinem neuen erschrecken er und die Frautrugen, was sie an kleiner Münze vom Dukaten übrig hat-ten, zusammen und entließen den frohen Miethherrn mit derwirklichen Hälfte des Zinses, mit drei Gulden. Sic selberbehielten nichts als die Angst, was sie Abends anzün-den wollten: nicht 2 Groschen zu einem halben Pfunde Lich-ter waren mehr da, nicht einmal die Lichter in nMuivi.

Ich kann nicht sagen, daß er todtenblaß oder ohnmächtigoder wahnsinnig darüber wurde. Gepriesen sei jede Män-nerseele, die die stoischen Eisenmolken nur einen halben Früh-ling lang getrunken und die nicht, wie eine Frau, vor demkalten Gespenste der Armuth gelähmt und erfroren zusam-menstürzt. Die übertriebenste Scheltrede gegen den Reich-thum ist in einem Jahrhundert, dem alle bessere Sehnen ent-zwei geschnitten worden, nur die allgemeine des Geldes nicht,