„Vernunft ausgefcrtigt ist, — überleg' ich jedes Wort und„jedes Blatt, eh' ich's schreibe; scherz' ich ans diesem Bogen,„lehr' ich auf jenem, gefall' ich aus allen: so muß ich dir auch„sagen, Lenette, daß die Schmcckherren Leute sind, die so et-„was zu schmecken wissen und die sich nichts daraus machen,„sich hinzusetzen und Laufzettel zirkuliren zu lassen, auf denen„das Geringste, waö sie von mir sagen, das ist, daß ich von„Universitäten etwas mit hinweggebracht habe und für solche„also wieder etwas liefern könne. Kurz, sie sagen, sie hättcn's„nicht in mir gesucht und ich hätte Gaben. Ein dergleichen„Lobpreisen aber, das dem Manne widerfährt, Lenette, das„kommt nachher auch seiner Frau zu statten: und wenn sie„in Augspurg herumfragen: wo hält sich denn dieser berühmte„Siebenkäs eigentlich auf? so wird's in der Fuggerei allemal„Leute geben, die sagen: „in Kuhschnappel; er hat eineRath-„kopistcn-Tochter Egelkraut von hier geheirathet und lebt sehr„vergnügt mit der Person.""
„Wie oft — versetzte sie — hast du mir das nicht vor-„erzählt von der Buchmacherei! Der Buchbinder sagt mir„auch das Nämliche, weil er täglich die besten Bücher in„Händen hat und bindet." — Dieses gar nicht tadelnd ge-meinte Vorrücken seiner eignen Wiederholungen schmeckte ihmnicht recht; denn der Fehler hatte sich ihm bisher, wie einFieber, vcrlarvt. Ehemänner, sogar geistreiche und wortarme,sprechen in der ehelichen Behaglichkeit so uferlos überfließendaußen mit der Frau, als jedermann immer mit sich selber;vor niemand aber in der Welt wiederholt man sich öfter alsvor dem eignen Ich, ohne sich das Wiederholen nur abzu-merken, geschweige nachzuzählen. Letztes beides hingegen thutdie Ehefrau, welche gewohnt, täglich von ihrem Ehemann die