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8 (1848) Siebenkäs : erstes und zweites Bändchen
Entstehung
Seite
197
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Vernunft ausgefcrtigt ist, überleg' ich jedes Wort undjedes Blatt, eh' ich's schreibe; scherz' ich ans diesem Bogen,lehr' ich auf jenem, gefall' ich aus allen: so muß ich dir auchsagen, Lenette, daß die Schmcckherren Leute sind, die so et-was zu schmecken wissen und die sich nichts daraus machen,sich hinzusetzen und Laufzettel zirkuliren zu lassen, auf denendas Geringste, waö sie von mir sagen, das ist, daß ich vonUniversitäten etwas mit hinweggebracht habe und für solchealso wieder etwas liefern könne. Kurz, sie sagen, sie hättcn'snicht in mir gesucht und ich hätte Gaben. Ein dergleichenLobpreisen aber, das dem Manne widerfährt, Lenette, daskommt nachher auch seiner Frau zu statten: und wenn siein Augspurg herumfragen: wo hält sich denn dieser berühmteSiebenkäs eigentlich auf? so wird's in der Fuggerei allemalLeute geben, die sagen:in Kuhschnappel; er hat eineRath-kopistcn-Tochter Egelkraut von hier geheirathet und lebt sehrvergnügt mit der Person.""

Wie oft versetzte sie hast du mir das nicht vor-erzählt von der Buchmacherei! Der Buchbinder sagt mirauch das Nämliche, weil er täglich die besten Bücher inHänden hat und bindet." Dieses gar nicht tadelnd ge-meinte Vorrücken seiner eignen Wiederholungen schmeckte ihmnicht recht; denn der Fehler hatte sich ihm bisher, wie einFieber, vcrlarvt. Ehemänner, sogar geistreiche und wortarme,sprechen in der ehelichen Behaglichkeit so uferlos überfließendaußen mit der Frau, als jedermann immer mit sich selber;vor niemand aber in der Welt wiederholt man sich öfter alsvor dem eignen Ich, ohne sich das Wiederholen nur abzu-merken, geschweige nachzuzählen. Letztes beides hingegen thutdie Ehefrau, welche gewohnt, täglich von ihrem Ehemann die