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Übermacht. DerPelzstiefel schnalzte freudig mit der Zungeund nickte billigend mit dem Kopfe: denn eine hohe Obrig-keit war ihm zwar Christi Unterkönigs und ein Graf einHalbgotts und ein Kaiser ein ganzer; aber eine einzige Tod-sünde, die einer von ihnen beging, kostete diesem seine ganzegebückte Freundschaft und gegen einen lateinischen Donat-schnitzcr, der sogar aus einem kronengold-haltigen Kopfegekommen wäre, hält' er sich ohne Bedenken in einem gan-zen lateinischen Osterprogramma ausgemacht. Der Weltmannbehauptet den aufrechten Anstand und die gekrümmte Seele;der Schulmann hat oft beide nicht. LenettenS letzte Wol-ken verzogen sich alle, da sie hörte, daß dem Venner einpapierncr Verwahrstock und spanischer Reiter unter ihreStu-benthürc gesetzt worden. „Nun fleucht er also von mir?„Dem Erlöser sei Dank! Er leugt und treugt ja auch über-„all" sagte Lenette. — „So spricht man eigentlich nicht,„ausgenommen schnitzerhaft, Frau Armenadvokatin, denn die„unregelmäßigen Zeitwörter kriechen, lügen, gießen, riechen,„ziehen, die als niiomnl.-, im Im^erlecto kroch, trog,„log und so weiter haben, werden von guten deutschen„Grammatikern im Brassens durchaus regelmäßig gebeugt,„nämlich flektiret — nur die Dichter machen ihre Aus-nahmen wie leider überall — und jeder sagt daher vernünf-tig: man lügt, kriegt, trügt, nämlich in der gegenwärti-gen Zeit."
— „Lassen Sie doch, sagte Siebenkäs, meiner guten„Augspurgerin ihre lutherischen Beugungen; sie thut mir„ordentlich damit sanft, mit solchen unregelmäßigen Zeitwör-tern; sic sind ja schmalkaldische Artikel aus der Augspurgi-„schen Konfession." — Hier zog sie das Ohr ihres Mannes