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8 (1848) Siebenkäs : erstes und zweites Bändchen
Entstehung
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Übermacht. DerPelzstiefel schnalzte freudig mit der Zungeund nickte billigend mit dem Kopfe: denn eine hohe Obrig-keit war ihm zwar Christi Unterkönigs und ein Graf einHalbgotts und ein Kaiser ein ganzer; aber eine einzige Tod-sünde, die einer von ihnen beging, kostete diesem seine ganzegebückte Freundschaft und gegen einen lateinischen Donat-schnitzcr, der sogar aus einem kronengold-haltigen Kopfegekommen wäre, hält' er sich ohne Bedenken in einem gan-zen lateinischen Osterprogramma ausgemacht. Der Weltmannbehauptet den aufrechten Anstand und die gekrümmte Seele;der Schulmann hat oft beide nicht. LenettenS letzte Wol-ken verzogen sich alle, da sie hörte, daß dem Venner einpapierncr Verwahrstock und spanischer Reiter unter ihreStu-benthürc gesetzt worden.Nun fleucht er also von mir?Dem Erlöser sei Dank! Er leugt und treugt ja auch über-all" sagte Lenette.So spricht man eigentlich nicht,ausgenommen schnitzerhaft, Frau Armenadvokatin, denn dieunregelmäßigen Zeitwörter kriechen, lügen, gießen, riechen,ziehen, die als niiomnl.-, im Im^erlecto kroch, trog,log und so weiter haben, werden von guten deutschenGrammatikern im Brassens durchaus regelmäßig gebeugt,nämlich flektiret nur die Dichter machen ihre Aus-nahmen wie leider überall und jeder sagt daher vernünf-tig: man lügt, kriegt, trügt, nämlich in der gegenwärti-gen Zeit."

Lassen Sie doch, sagte Siebenkäs, meiner gutenAugspurgerin ihre lutherischen Beugungen; sie thut mirordentlich damit sanft, mit solchen unregelmäßigen Zeitwör-tern; sic sind ja schmalkaldische Artikel aus der Augspurgi-schen Konfession." Hier zog sie das Ohr ihres Mannes