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„sehr?" — Sie fing stärker an; da stemmte der Rath dieHände in die Seite und sagte zornig zu ihr: „So? Frau„Armenadvokatin, solche schlechte Wurzeln fassen meine heu-tigen Tröstungen bei Ihnen? — Ich hätte mich dessen ganz„und gar nicht vermuthet. So Hab' ich denn ganz umsonst,„muß ich merken, Ihnen in meiner Kutsche, da ich die Ehre„hatte, Sie von Augspurg hieher zu fahren, die großen„Glückseligkeiten der Ehe, noch dazu, eh' Sie nur solche„schon genossen, gleichsam in den Wind mit allem möglichen„Feuer vorgehalten; und es ist Ihnen ordentlich alles wie„weggeblasen, was ich Ihnen im Wagen sagte, wie selig„eine Gattin durch einen Gatten wird, wie sie über seinen„Besitz oft beinahe vor Freude weinen muß, wie beide nur„Ein Herz sind und Ein Leib, und beide alles mit einander„theilen, Freud' und Leid, jeden Bissen, jeden Wunsch, ja„das kleinste Geheimniß. . . . Aber der Schulrath Stiesel„ziehet, seh' ich, mit einer langen Nase ab, Frau Advo-„katin!" ... Da überfuhr und trocknete sie heftig zweimalhintereinander die Augen, blickte ihn gewaltsam heiter mitden freundlichsten Augen an und sagte tief heraufgezogen,aber linde und nicht schmerzlich, nichts als: Ach! — DerSchulrath senkte seine Hand mit den bloßen Fingern aufihre niederhängende wie ein Priester und sagte: „Der Herr„aber sei Ihr Arzt und Helfer in allen Ihren Nöthen (er„konnte nun selber vor kommenden Thränen wenig mehr„sagen) Amen, das heißet, ja, ja, es soll also geschehen."Hier umarmte und küßte er den Mann, aber sehr warm,und sagte: „Schicken Sie zu mir, wenn bei der Frau Lieb-„sten kein Trost verfangen sollte — und Gott richte doch„Beide auf. — O.... weswegen ich eigentlich da bin. . .
Jean Paul'S auSgew. Werke. VIII. g