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8 (1848) Siebenkäs : erstes und zweites Bändchen
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sehr?" Sie fing stärker an; da stemmte der Rath dieHände in die Seite und sagte zornig zu ihr:So? FrauArmenadvokatin, solche schlechte Wurzeln fassen meine heu-tigen Tröstungen bei Ihnen? Ich hätte mich dessen ganzund gar nicht vermuthet. So Hab' ich denn ganz umsonst,muß ich merken, Ihnen in meiner Kutsche, da ich die Ehrehatte, Sie von Augspurg hieher zu fahren, die großenGlückseligkeiten der Ehe, noch dazu, eh' Sie nur solcheschon genossen, gleichsam in den Wind mit allem möglichenFeuer vorgehalten; und es ist Ihnen ordentlich alles wieweggeblasen, was ich Ihnen im Wagen sagte, wie seligeine Gattin durch einen Gatten wird, wie sie über seinenBesitz oft beinahe vor Freude weinen muß, wie beide nurEin Herz sind und Ein Leib, und beide alles mit einandertheilen, Freud' und Leid, jeden Bissen, jeden Wunsch, jadas kleinste Geheimniß. . . . Aber der Schulrath Stieselziehet, seh' ich, mit einer langen Nase ab, Frau Advo-katin!" ... Da überfuhr und trocknete sie heftig zweimalhintereinander die Augen, blickte ihn gewaltsam heiter mitden freundlichsten Augen an und sagte tief heraufgezogen,aber linde und nicht schmerzlich, nichts als: Ach! DerSchulrath senkte seine Hand mit den bloßen Fingern aufihre niederhängende wie ein Priester und sagte:Der Herraber sei Ihr Arzt und Helfer in allen Ihren Nöthen (erkonnte nun selber vor kommenden Thränen wenig mehrsagen) Amen, das heißet, ja, ja, es soll also geschehen."Hier umarmte und küßte er den Mann, aber sehr warm,und sagte:Schicken Sie zu mir, wenn bei der Frau Lieb-sten kein Trost verfangen sollte und Gott richte dochBeide auf. O.... weswegen ich eigentlich da bin. . .

Jean Paul'S auSgew. Werke. VIII. g