100
heiligen hätte die schöne Magdalena unter allen Advokatender Stadt nicht aufgetrieben; wenigstens keinen frömmer»,setzen Schreiber und Leser hinzu, welche wissen, daß er durchdie Verteidigung der Unschuld dem Himmel für den erstenEntwurf der TeufclSpapierc dankbar seyn wollte.
Jetzo kam plötzlich die Frau des Advokaten aus derNachbarstube deS Buchbinders von einem fliegenden Besuchezurück. Der Venner sprang ihr bis an ihre Thürschwcllemit einer Höflichkeit entgegen, die nicht weiter zu treibenwar, da sie doch erst vorher aufmachen mußte, che er ent-gegen konnte. Er nahm ihre Hand, die sie ihm im ehrer-bietigen Schrecken halb zulangte, und küßte solche gebückt,aber die Augen emporblickend gedreht, und sagte: „Mäddämm,„ich habe diese schöne Hand schon seit einigen Tagen unter„der meinigen gehabt." Jetzo kam eS durch ihn heraus, daßer derselbe fleischfarbige Herr sei, welcher ihre Hand, wennsie solche zum Fenster hinausgelegt, mit der Reißfeder untenweggestohlen, weil er um eine schöneDolce'öHand für einKniestück seiner abwesenden Braut verlegen gewesen, in das erauö dem Gedächtnisse einen bloßen Kopf von ihr zu zeich-nen unternommen. Nun that er seine Handschuhe, in welchener sie nur, wie manche frühere Christen das Abendmahl ausEhrerbietung, zu berühren gewagt, herunter von seinemRingfeuer und Hautschnee, denn um diesen letzten in größ-tem Sonnenbrände zu bewahren, legte er selten die Handschuheab, es müßte denn im Winter gewesen seyn, der wenigschwärzt. Kuhschnapplcr Patrizier, wenigstens junge, haltengern daö Gebot, welches Christus den Jüngern gab, niemandauf der Straße zu grüßen; auch der Venner beobachtete gegenden Mann die nvthige Unhöflichkeit, nur aber gar nicht gegen