Druckschrift 
8 (1848) Siebenkäs : erstes und zweites Bändchen
Entstehung
Seite
63
Einzelbild herunterladen
 

Arme aus, um jemand, z. B. einen Mündel, in die heißestenzu nehmen, aber nur wie der geheizte Moloch, um die Zu-lage zu Pulver zu brennen oder er faltet die betendenArme andächtig übereinander, wie es auch die sogenannten

eisernen Jungfern thun, zum Zerschneiden.-

Endlich sahen die unruhigen Freunde, daß man, gleichDieben, am ersten bei gewissen Leuten vorkomme, wenn mansich nicht melden lasset: noch Sonntags Abends um 8 Uhrschritten ste sai,8<?oi> in das Haus des H. v. Ulaise (oderdeutsch: BlastuS) hinein. Alles war still und öde: sic gingenüber einen leeren HauSplatz in einen leeren Gesellschaftsaal,dessen halboffne Flügelthüre in die Hauskapelle sehen ließ.Sie erblickten durch die Fuge blos 6 Stühle, auf derenjedem ein aufgeschlagenes umgestürztes Gesangbuch lag, undeinen wachstuchcnen Tisch mit Müllers himmlischem Seelen-kuß und Schlichthobels fünffachen Dispofizionen auf alleSonn- und Festtage. Sie drückten sich durch die lange Ritzeund siehe oben an der Tafel saß einsam der Heimlicher undsetzte schlafend seine Andacht fort, mit der Federmütze unterdem Arm. Seine Haus- und Kirchendiener hatten ihm näm-lich (und das geschah sonntäglich) so lange vorgelesen, bisihn der Schlaf zu einem Petrefakt oder einer Salzsäule ge-härtet hatte, weil ihm sowol die gegessene als die getrunkeneund die geistige Nahrung die Augen so schwer machte als denKopf oder auch, weil er wie alle Zuhörer unter dem An-wurf des göttlichen Samens gern die Augen zumachte, wieLeute, die sich pudern lassen oder weil Hauskapellen undHauptkirchen noch den alten Tempeln gleichen, worin mandie Orakel-Belehrungen schlafend empfing. Alsdann lasendie Bedienten immer leiser, um ihn allmälig an daö Ver-