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8 (1848) Siebenkäs : erstes und zweites Bändchen
Entstehung
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Sonnabend in der Reichsstadt herumfahren, und Leibgebersollte vor jedem Gebäude von Stand herauöspringen undden Denkzettel hinauftragen. Eine nicht unvernünftige Sittesolcher Städte, die zu leben wissen! Aber die GebrüderSiebenkäs und Leibgeber gingen doch nach allem An-schein in den reichsstädtischen und reichsdorfschaftlichen Fuß-stapfen der vernünftigsten Gebräuche mehr nur aus satirischerBosheit einher und machten schöne bürgerliche Sitten zwarrichtig nach, aber sehr zum Spaße; jeder war zugleich seineigner spielender Kasperl und seine Frontloge. Es wärebeleidigend, vom Marktflecken Kuhschnappel zu glauben, daßer in SiebenkäsenS Diensteifrigkeit, in allen Prozessionendieses kleinen Staats in Kirchen hinein und hinaus, und aufden Römer und auf die Schützenwiese mit zu schreiten, dasVergnügen ganz übersehen hätte, womit er durch seinen un-ausgesuchten Anzug und narrenhaften Ausschritt eine denkendeund ausstafsirte Wesenkette mehr zu entstellen und zu ver-hunzen, als wirklich zu verzieren dachte, und selber den wah-ren Eifer, womit er zu einem Ehren- und Schießmitgliedin die Kuhschnappelsche Schützengesellschaft eingeschrieben zuwerden gestrebt, wollte man weniger seiner Abkunst von einemJäger als seiner Spaßsucht zuschreiben. Wäs Leibgeberin solchen Sachen anlangt, so ist er ohnehin des Teufelslebendig, weil er reisefertig und jünger ist.

Am Sonnabend fuhren beide denn im Marktflecken vor war irgend wo etwas vom Grandat des Fleckens wohn-haft, da hielt man still, gab den Passagierzettel ab, fuhrweiter und verstieß gegen nichts. Viele Herren und Damenschossen zwar Böcke und vermengten den Zettelträger mitdem unten sitzenden jungen Ehemann; aber der Zettelträger