des niedcrgebrannt wie die Lichter, und die Nacht grub einenEdeufluß um den andern ab. Der Gäste und Lichter wurdenweniger; jetzo war nur noch Ein Gast da, der Rath Stiefel(denn Leibgeber ist keiner) und Ein langes Licht. Es ist eineschöne erweichende Minute, nach dem Aussummcn eines brau-senden Gastmahl-Geläuteö noch mit einigen da zu sitze« undstiller, oft trüber, sich in den Nachklang der Freude zu ver-lieren. Endlich brach der Rath das vorletzte Zelt dieses Lust-lagers ab und wich; aber er litt eS nicht, daß Finger, anwelche seine Lippen mit allem Schnappen nicht kommen konn-ten, sich um einen kalten Messingleuchter legen sollten, umihn hinunter zu leuchten. Leibgeber mußte zum Leuchterdienen. Jetzo saß, Hand in Hand, das Brautpaar zum ersten-mal allein im Finstern neben einander. . . .
Schöne Stnnde, worin in jeder Wolke ein lächelnderEngel stand und aus jeder statt der Regentropfen Blumenniederwarf, möge dein Wiederschcin bis auf mein Papier lan-gen und da noch sichtbar seyn! —
Der Neuvermählte hatte noch nie seine Braut geküßt.Er wußte oder glaubte, sein Gesicht sei mehr geistreich, an-gespannt, eckig und scharf als glattschön; und da er noch dazuseine Gestalt immer selber lächerlich machte: so meinte er,sie komme auch andern so vor. Daher bracht' er, der sichsonst über die Augen und Zungen einer ganzen Gasse weg-setzte, doch nicht so viel Muth zusammen, um, außer denZeiten der freundschaftlichen Dithyramben, nur seinen —Leibgeber zu küssen, geschweige seine Lenette. Er drückteihre Hand jetzo heftiger und wandte kühn sein Gesicht gegenihres, zumal da er nichts sehen konnte; und wünschte, dieTreppe habe so viel Staffeln wie der Münsterthurm, damit